Abschied vom Amt: Ein „überzeugter Kommunalo“: Dienstältester Landrat hört auf
Nach 23 Jahren als Landrat von Friesland blickt Sven Ambrosy auf bewegte Zeiten zurück.
Was ihn motiviert, was ihn frustriert – und warum Kommunalpolitik für ihn kein „Katzentisch“ der Demokratie ist.
Nach 23 Jahren an der Spitze des Landkreises Friesland scheidet Niedersachsens dienstältester Landrat Sven Ambrosy nach der Kommunalwahl aus dem Amt. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass mir das leicht fällt.
Natürlich ist das ein Abschied und da wird auch viel Schmerz sein“, sagte der 56-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.
Der SPD-Politiker, der sich selbst als „überzeugten Kommunalo“ bezeichnet, hatte im vergangenen Herbst erklärt, nicht erneut zu kandidieren und dafür „rein familiäre, sehr private Gründe“ angeführt.
In Friesland wird nun ein neuer Landrat gewählt.
Ihm grause ein wenig vor dem 31.
Oktober, wenn die Verabschiedung im Kreistag und die Amtsübergabe anstehe: „Da habe ich schon Respekt vor und da wird mir auch an der einen oder anderen Stelle mit Sicherheit die Stimme stocken“, sagt Ambrosy. „Vielleicht werde ich auch eine Träne verdrücken, das kann ich nicht ausschließen.
Aber wer mich kennt, weiß ja, wenn ich mal eine Entscheidung gefällt habe, dann ist das auch klar.“ Ambrosy war 2003 Frieslands Landrat geworden – im Alter von 33 Jahren war er damals Deutschlands jüngster Landrat.
Schon mit 16 Jahren war er nach eigenen Angaben kommunalpolitisch aktiv.
2011 und 2019 wurde er als Landrat wiedergewählt.
Der Jurist und Verwaltungsfachmann engagiert sich in kommunalen Spitzenverbänden und ist Vizepräsident des Deutschen Landkreistages.
Kommunalpolitik als „politischer Zehnkampf“ Die Kommunalpolitik, sagt Ambrosy anlässlich der Kommunalwahl in Niedersachsen , sei aus seiner Sicht die Basis des gesamten Staatshauses.
Sie sei nicht der „Katzentisch“ der Demokratie, „wo ehrenamtliche Politiker oder Landräte und Bürgermeister Politik ein bisschen üben und wenn sie gut sind, gehen sie dann in die Land- und Bundespolitik.
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