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Familienbetrieb in vierter Generation - Jetzt hat die Tochter das Sagen

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Familienbetrieb in vierter Generation - Jetzt hat die Tochter das Sagen

Gescher - Früher brachte Vivian Robers (32) ihrem Vater Kaffee und Kuchen auf die Baustelle. Heute arbeiten beide noch immer Seite an Seite. Nur mit einem Unterschied: Wenn es um den Familienbetrieb geht, hat jetzt die Tochter das letzte Wort. Vor gut einem Jahr übernahm die Malermeisterin die Firma ihrer Eltern. Dafür gab sie sogar ihr Leben auf Mallorca auf.

Kurz vor sieben Uhr morgens brennt im Malerbetrieb Robers in Gescher schon Licht. Noch bevor die ersten Mitarbeiter eintreffen, sitzt Vivian Robers im Büro, checkt E-Mails und bereitet den Tag vor. Früher war es ihr Vater, der hier die Entscheidungen traf. Heute ist sie die Chefin.

Für die Familie Robers ist das mehr als ein Generationswechsel. Es ist das nächste Kapitel einer Handwerksgeschichte, die bald 60 Jahre alt wird. Schon ihr Großvater führte den Betrieb, später übernahm Vater Gerd Robers. „Und jetzt habe ich vor gut einem Jahr übernommen“, sagt Vivian Robers stolz.

Dabei schien ihr Weg zunächst woanders hinzuführen. Über die Meisterschule hatte die angehende Malermeisterin die Chance, ein Praktikum auf Mallorca zu absolvieren. Daraus resultierte ein Jobangebot auf der Insel. Ein kleiner Schock für die Eltern. „Ich habe gesagt, ich bleibe zwei Jahre. Es sind sechs geworden“, erzählt sie. Auf der Insel arbeitete sie für wohlhabende Privatkunden. „Ich hatte da auch nachher meine eigene Arbeitsgruppe, habe Angebote geschrieben, Kalkulationen gemacht“, erzählt sie.

Doch irgendwann stellte ihr Vater die entscheidende Frage: „Wie ist das eigentlich? Kommst du wieder, oder nicht? Sonst würde ich vielleicht andersweitig nach einem Nachfolger suchen.“ Für die Tochter ist das keine Option. „Tief im Herzen konnte ich das dann nicht, dass der Betrieb in andere Hände geht“, sagt sie heute.

Nur wenige Meter vom Betrieb wächst sie auf, läuft als Kleinkind über den Hof, später bringt sie in den Sommerferien Kaffee zu den Baustellen. „Mein Herz hing immer am Malerberuf“, sagt sie. Und in den Freundschaftsbüchern aus dem Kindergarten habe sie als Berufswunsch schon damals „Malerin“ eingetragen. Jetzt ist sie die vierte Generation im Malerbetrieb Robers und die erste Frau an der Spitze. Für Papa Robers geht ebenfalls ein Wunsch in Erfüllung: „Das ist natürlich die absolute Traumlösung.“ Er ist stolz auf seine Tochter und unterstützt sie auch bei den Änderungen, die sie für den Betrieb geplant hat.

Das alte Logo wurde ausgetauscht, die Verkaufsfläche verkleinert, der Beratungsbereich vergrößert. „Ich wollte schon, dass man sieht, da ist eine neue Generation im Betrieb“, sagt Vivian Robers. Auch die Digitalisierung ist ein Thema. Während ihr Vater früher mit mehreren Notizbüchern arbeitete, nimmt sie heute das iPad mit auf die Baustelle. Außerdem postet der Malerbetrieb auf Social-Media-Videos. „Wer nicht sichtbar wird, wird irgendwann unsichtbar“, sagt die Chefin.

Trotz aller Veränderungen bleibt eines gleich: Die Familie arbeitet weiterhin eng zusammen. Die Mutter kümmert sich um die Buchhaltung, der Bruder unterstützt beim Kontakt zum Steuerberater. Selbst Familienhund Pepe hat seinen festen Platz im Büro. Und der Vater? Der arbeitet noch immer im Betrieb mit.

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