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Prozess nach Bluttat vor Supermarkt - Erstach dieser Mann einen 15-Jährigen?

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Prozess nach Bluttat vor Supermarkt - Erstach dieser Mann einen 15-Jährigen?

Kiel – Ein geplatzter Cannabis-Deal, falsche Geldscheine, eine Schreckschusspistole und ein tödlicher Messerstich: Vor dem Kieler Landgericht sitzt seit Montag ein mutmaßlicher Killer auf der Anklagebank. Sein Opfer: erst 15 Jahre alt!

Der verhängnisvolle Abend ist der 11. März 2026 auf dem Parkplatz eines Supermarktes in Eckernförde (Schleswig-Holstein): Laut Staatsanwaltschaf t hatten sich der Angeklagte Amar D. (23) und ein Begleiter dort mit dem späteren Opfer Achmed B. (15) und dessen Bruder zu einem Drogendeal verabredet. Doch das kriminelle Geschäft lief aus dem Ruder.

Denn Achmed und sein Bruder sollen geplant haben, die beiden Dealer hereinzulegen. Laut Anklage sollen die zwei Jugendlichen 184 gefälschte 50‑Euro-Scheine – zusammen 9200 Euro – mitgebracht haben. Damit wollten sie offenbar eine größere Menge Cannabis bezahlen. Als dem Begleiter des Angeklagten die Blüten auffielen, eskalierte die Situation. Achmeds Bruder soll eine Schreckschusspistole gezogen und die Männer bedroht haben. Drogen, Bargeld und Handys sollten erbeutet werden. Dann zog offenbar auch der 15-Jährige ein Messer . Der Angeklagte soll ebenfalls eines dabei gehabt haben.

Laut Staatsanwaltschaft soll der 23-Jährige seinem Kontrahenten mit einem Klappmesser direkt in die Brust, auf Herzhöhe, gestochen haben. Achmed soll nach dem Stich noch zurückgeschlagen haben, brach jedoch wenig später zusammen und starb.

Im Prozess am Montag vor dem Landgericht Kiel wurden vier Zeugen vernommen, die sich zum Tatzeitpunkt am Rewe-Parkplatz aufhielten – darunter ein 32-jähriger Arzt und Sanitätsoffizier des Seebataillons in Eckernförde. Er telefonierte gegen 20.45 Uhr mit seiner Frau, als er auf dem Weg zum Einkauf war. Dann will er eine Bewegung wahrgenommen und einen Mann mit ausgestrecktem Arm und Faustfeuerwaffe gesehen haben. Außerdem habe er Mündungsfeuer gesehen und sei dann in Deckung gegangen. Auch einen Kleinwagen habe er gesehen, der mit hoher Geschwindigkeit vom Tatort flüchtete.

Nach der Tat verschwand der Beschuldigte zunächst in einem weißen Mietwagen. Die Staatsanwaltschaft setzte sogar 5000 Euro Belohnung für Hinweise aus. Erst zwei Wochen später stellte sich der türkische Staatsangehörige aus Bremen selbst der Polizei. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Im Prozess schwieg der Angeklagte zu den Vorwürfen.

Als der vierte Zeuge am Nachmittag aussagte, brach plötzlich Aufregung im Saal aus. Die Mutter des Getöteten wurde ohnmächtig. Der Prozess musste deshalb kurzzeitig unterbrochen werden. Ein Rettungswagen der Feuerwehr brachte die Frau in die Klinik.

Das Urteil könnte am 6. November fallen. Bis dahin muss das Gericht klären, was auf dem Parkplatz wirklich geschah und warum ein 15-Jähriger sein Leben verlor.

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