Wer kennt diese „Liebesgrüße“? - Polizei jagt mysteriöse Felsen-Ritzer
Bad Schandau (Sachsen) – Millionen Jahre formte die Natur die berühmten Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz. Doch den Tätern genügen wenige Minuten, um sie für immer zu ruinieren. Jetzt machen Ermittler Jagd auf die Vandalen im Naturparadies: Seit Monaten hämmern oder ritzen Unbekannte die Buchstaben „J + D“ zentimetertief in Felsen und Denkmäler. Inzwischen sind 19 Fälle bekannt. Die Polizei fahndet nun sogar bei MDR-„Kripo live“.
Aus dem rätselhaften Einzelfall wurde längst eine Serie: Am 13. Mai tauchte die Buchstabenkombination „J + D“ zum ersten Mal auf, dann mehrten sich die Fälle in Sachsen , der letzte erst am vergangenen Freitag am Sachsenstein: Betroffen sind Touristen-Hotspots wie die Vermessungssäule auf dem Großen Zschirnstein, die Schrammsteine, die Waitzdorfer Aussicht und der Lilienstein.
Der Nationalpark Sächsische Schweiz vermutet Hammer und Meißel als Tatwerkzeug, möglich seien aber auch eine Akkuflex oder ein Dremel. Ein Sprecher auf BILD-Anfrage: „Besonders die Schäden an den Kulturgütern Obelisk und Triangulationssäulen treffen uns tief, die Beschädigungen bleiben auch nach einer Reparatur sichtbar. Das mindert keinesfalls die Betroffenheit über die Schäden an Bäumen und natürlichen Felsen.“ Ob es sich um einen Einzeltäter oder mehrere handelt, wisse man nicht.
Geschnappt wurden die Felsen-Ritzer bisher nicht, die Dunkelziffer könnte sogar noch viel höher sein. Inzwischen sucht die Polizei in der MDR-Sendung „Kripo live“ nach den Unbekannten, sendete am 23. August einen Zeugenaufruf. Sie geht davon aus, dass die meisten Straftaten früh am Morgen oder wochentags passierten. Polizeisprecher Lukas Reumund zu BILD: „Vielleicht sind jemandem ungewöhnliche Geräusche oder ein Wanderer mit ungewöhnlichem Gepäck, insbesondere Werkzeug, aufgefallen.“
Manchmal seien die eingeritzten Initialen um ein Herz ergänzt, heißt es. Wie hoch der Schaden ist, kann nicht festgestellt werden.
Bei Entdeckung droht nicht nur eine Geld-, sondern auch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren wegen „gemeinschädlicher Sachbeschädigung“. Erst kürzlich wurden Eltern zu einer Zahlung verdonnert, weil ihr Kind einen Felsen verschandelte . Reumund: „Wer Hinweise geben kann, meldet sich bitte unter der Rufnummer Tel. 0351/4832233 bei der Polizei.“ Eine heiße Spur gibt es offenbar bisher noch nicht.
Der Nationalpark hofft auch auf Unterstützung der Bevölkerung, denn das riesige Areal komplett zu überwachen, sei unmöglich.
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