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Viele Todesfälle wären vermeidbar - Wie erkenne ich eine Sepsis?

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Viele Todesfälle wären vermeidbar - Wie erkenne ich eine Sepsis?

Sorge um Norwegens König Harald (89): Der Gesundheitszustand des Monarchen hat sich nach Angaben des Palasts verschlechtert. Harald wird wegen einer bakteriellen Infektion im Blut mit Antibiotika behandelt. Noch im Juli hatte der König Fußballstar Erling Haaland bei einem offiziellen Termin gut gelaunt empfangen, nun liegt er im Krankenhaus in Oslo.

Der Fall rückt eine oft unterschätzte Gefahr in den Fokus: Infektionen im Blut können lebensbedrohlich werden. In Deutschland sterben täglich rund 380 Menschen an einer Sepsis, umgangssprachlich auch Blutvergiftung genannt. Das sind etwa 140.000 Todesfälle pro Jahr. Damit ist sie nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache. Besonders tragisch: Schätzungen zufolge könnten 30 bis 50 Prozent dieser Todesfälle verhindert werden.

Nur leider wird die Gefahr oftmals zu spät erkannt. Nicht umsonst stuft die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Sepsis als globale Bedrohung ein.

Tatsächlich lässt sich eine Sepsis nicht immer leicht erkennen. Fieber und Erkältungsgefühl können schließlich auch auf einen normalen Atemwegsinfekt hindeuten.

Dennoch gibt es Unterschiede: Charakteristisch bei der Sepsis ist ein besonders schweres Krankheitsgefühl mit Fieber, schneller Atmung und niedrigem Blutdruck. Typisch sind auch Anzeichen für Verwirrtheit. Im weiteren Verlauf kann es zu einem septischen Schock, Multiorganversagen und zum Tod kommen.

Auslöser sind vor allem Bakterien – meist Streptokokken , aber auch andere Erreger (Viren, Pilze, Parasiten), die sich über die Blutbahn und das Lymphsystem im Körper verbreiten. Dabei muss die Infektion nicht unbedingt durch eine Verletzung von außen kommen. Auch Infektionen im Bauchraum, in den Harnwegen oder der Lunge können eine Sepsis hervorrufen.

Sind die gefährlichen Erreger einmal im Körper, wird das Immunsystem auf ein Maximum hochgefahren, um die Eindringlinge zu bekämpfen. Bei der völlig überschießenden Abwehrreaktion werden aber fatalerweise auch gesunde Zellen und Organe zerstört. So kann es zu Hirnschäden, aber auch zum Absterben des Gewebes in den Gliedmaßen kommen.

Deshalb ist Früherkennung bei einer Blutvergiftung das A und O: Werden Patienten in der ersten Stunde behandelt, überleben 90 Prozent. Nach fünf Stunden sind es um 60 Prozent, nach 36 Stunden erholt sich nur noch jeder Fünfte wieder.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem (z. B. Krebspatienten) und chronischen Krankheiten (etwa chronischen Nieren- oder Lebererkrankungen), Personen über 65 Jahre und Kinder unter einem Jahr. Auch Schwangere tragen ein erhöhtes Sepsis-Risiko. Bei werdenden Müttern ist die Blutvergiftung eine der häufigsten Todesursachen weltweit.

Hygiene-Maßnehmen wie Händewaschen sind vor allem im Umgang mit Wunden oder Insektenstichen wichtig, um Infektionen zu vermeiden. Impfungen gegen virale oder bakterielle Infektionen (Grippe, Corona, Pneumokokken) können ebenfalls einer Sepsis vorbeugen.

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