Preußen springt auf Rang 3 - Kleiner Schulle dreht groß auf!
Schlechter Start, gutes Ende – Drittligist Münster beißt sich bei Stuttgart II in die Partie und landet eine Woche nach dem Heim-2:1 gegen Havelse den nächsten Mentalitätssieg. Wieder 2:1, wieder drei wichtige Punkte. Verbunden mit der Erkenntnis, dass diese runderneuerte „Adler-Truppe“ mehr und mehr zusammenwächst. Und aktuell sogar ganz oben angreift...
„Spieler des Spiels“ war fraglos Marvin Schulz junior (22), der per Doppelpack (13./75.) für einen Riesenjubel bei den knapp 500 mitgereisten Anhängern sorgte. Die hatten trotz des Schietwetters keine Mühen gescheut und waren ihren Jungs bis ins Ausweichstadion nach Großaspach gefolgt. Fast 500 Kilometer pro Weg, die sich letztlich gelohnt haben dürften.
Entsprechend richtete Chefcoach Thomas Wörle (46) nach Spielende ein ganz dickes Kompliment an sie: „Einfach großartig, diese Unterstützung. Noch dazu an einem Sonntagnachmittag. Auch die Energie unserer Fans hat heute dazu beigetragen, dass wir diese Aufgabe mit viel Engagement und Leidenschaft ziehen konnten.“
Allerdings sah's zunächst nicht danach aus, verpennten die Gäste schlichtweg die Anfangsphase. Und machten damit die VfB-Amateure unnötig stark. Zum Haareraufen die Szene nach acht Minuten. Keeper Morten Behrens (29) wollte nach Rückpass von Antonio Tikvic (22) flach auf Rico Preißinger (30/Kapitän für den verletzten Niko Koulis) weiterleiten, spielte den Ball aber völlig unbedrängt Stuttgarts Nicolas Sessa (30) direkt in den Lauf. Der wiederum bediente seinen Team-Kollegen Lauri Penna (20), der sich diese Chance natürlich nicht nehmen ließ. 0:1 – ein früher und sooo vermeidbarer Rückstand.
Umso besser die Reaktion der „Schwarz-Weiß-Grünen“. Einmal kurz geschüttelt, danach sofort wieder die Brust raus. Der Lohn nur fünf Zeigerumdrehungen später. Weiter Einwurf von Abwehrchef Torge Paetow (30), den die Hausherren nicht richtig klären konnten. Die Kugel fiel dem „kleinen Schulle“ vor die Füße, der sie aus etwa 14 Metern als Aufsetzer rechts ins VfB-Netz jagte. Torhüter Jerik Felsen (21) ohne jede Reaktion, weil ihm die Sicht komplett verdeckt war.
Je länger die Begegnung andauerte, umso mehr egalisierten sich die Teams. Beim Halbzeitpfiff stand's nach Abschlüssen noch knapp 11:10 für die Schwaben. Doch nach dem Wiederanpfiff wurden die Preußen immer robuster und stärker, gewannen zunehmend die Oberhand. Wörle: „Schon in dieser Phase hatten wir mehrere Möglichkeiten, um in Führung zu gehen.“
Stattdessen dauerte es bis zur 75. Minute, ehe Schulz junior zum zweiten Mal zuschlug. Nach starker Vorarbeit vom kurz zuvor eingewechselten Montell Ndikom (21/ab 70. für Felix Higl/29) staubte er frei vor der Bude zum 2:1 (75.) ab. Bereits sein dritter Liga-Treffer im fünften Spiel. Davon nur zweimal in der Anfangsformation.
„Der Bursche hat ein Näschen für die Situation, kann sowohl mit links und rechts als auch dem Kopf abschließen,“ lobte Wörle seinen kleinen Sturm-Rackerer, der damit wohl auch am kommenden Mittwoch gesetzt sein dürfte. Wenn die „Englische Woche“ im LVM-Stadion gegen den 1. FC Saarbrücken ihre Fortsetzung findet.
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