Patentstreit um Disney+ - Disney auf 101,7 Millionen Euro verklagt
Für Disney wird der Patentstreit jetzt zum Millionenfall. InterDigital verklagt den US-Konzern vor dem Landgericht München I auf 101,7 Millionen Euro Schadensersatz (Az.: 7 O 8870/26). Im Mittelpunkt steht eine Technik für bessere Bildqualität: HDR. Sie sorgt für stärkere Kontraste und soll Filme und Serien auf geeigneten Fernsehern sichtbar besser aussehen lassen. Dazu gehört auch Dolby Vision, ein dynamisches HDR-Format.
Konkret geht es um das europäische Patent EP 2 132 923. Das Landgericht München I hatte im November 2025 eine Verletzung durch Disney festgestellt und eine einstweilige Verfügung erlassen. Die Folge: Disney stellte Dolby Vision für seine Abonnenten ein.
Mit der neuen Klage verlangt InterDigital nun Schadensersatz für mehr als fünf Jahre. Die Forderung umfasst laut Unternehmen den Zeitraum vom Deutschlandstart von Disney+ im März 2020 bis zur Gerichtsentscheidung Ende 2025.
Laut InterDigital nutzte Disney die Technik nicht nur für deutsche Kunden: Über eine Serverfarm nahe Frankfurt gingen die Datenströme auch an Abonnenten in 19 weiteren europäischen Ländern.
Für das US-Technologieunternehmen spielt zudem eine Rolle, dass Dolby Vision zum teureren Premium-Abo gehörte. Dafür verlangt Disney fünf Euro mehr als für das Standardpaket. Disney habe in all den Jahren jedoch keine Lizenzgebühren gezahlt.
Disney+-Kunden spüren die Folgen des Streits inzwischen auch woanders. Anfang September erwirkte das Unternehmen vor dem Einheitlichen Patentgericht (UPC) in Düsseldorf eine weitere Unterlassungsverfügung. Dabei ging es um die Google-Cast-Technik zur Übertragung von Videos vom Smartphone auf den Fernseher.
Als Folge schaltete Disney die Google-Cast-Funktion in Deutschland und den Niederlanden ab. Nutzer können Inhalte nicht mehr vom Smartphone auf den Fernseher übertragen.
Auch weitere Patentklagen laufen separat. InterDigital erklärt, weiterhin eine langfristige Lizenzvereinbarung mit Disney anzustreben. Von Disney liegt bislang keine öffentliche Reaktion auf die neue Schadensersatzklage vor.
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