Kämpfen, Wandern, Propagieren - Deutsche Rechtsextreme trainieren in der Schweiz
Sitten (Schweiz) – Sie stehen uniformiert in Reih und Glied unter ihrer Fahne. Rücken gerade. Blick nach vorn. Was wie ein Bild aus Zeiten der Hitlerjugend anmutet, ist eine verstörende Aufnahme eines sogenannten „Bundeslagers“. Eine Woche lang haben sich junge, rechtsextreme Männer aus Deutschland in den Schweizer Bergen getroffen. Auf dem Programm stand vor allem: Propaganda.
Wie das Schweizer Nachrichtenportal „Pomona.ch“ berichtete, hatten sich die rund 35 Teilnehmer, die der rechten Gruppierung „Identitäre Bewegung Deutschland“ (IBD) angehören, unter einem Privatnamen auf der Alp Alpjen im Wallis ( Schweiz ) eingemietet.
Angeblich hätten laut dem Bericht weder der Gemeindepräsident noch die Polizei etwas vom Besuch der rechten Gäste gewusst. Die Männer haben „von morgens bis abends Sport getrieben und auch Nachtübungen durchgeführt“, sagte der Vermieter der Unterkunft der Walliser Zeitung.
Was genau die Bundeslager-Teilnehmer dort machten, zeigen sie auf der Plattform „X“. Da sieht man, wie sie wandern, im Matsch kämpfen und als Formation vor dem Simplon-Adler, einer neun Meter hohen Steinskulptur, posieren. Nach dem diesjährigen Motto: „Und doch!“
Brisant: Die „Identitäre Bewegung“ ist eine rechtsextreme Gruppe, die die Ideologie des „Ethnopluralismus“ verfolgt. Heißt: Bevölkerungsgruppen und Kulturen sollen strikt getrennt bleiben. Die IBD wird sogar vom Verfassungsschutz beobachtet. In dessen aktuellem Bericht heißt es: „Für die IBD ist allein die ethnische Herkunft entscheidend für die Zugehörigkeit zum deutschen Volk. Ethnischen Minderheiten wird dadurch ein geringerer Wert zugestanden.“
Das spiegeln auch die Posts der Rechtsextremisten wider. Hetzerische Parolen wie „Was im bürgerlichen Alltag abstumpft, wird im Bundeslager geschärft“ oder „Wir bauen die Mauern wieder auf. Wir schließen die Tore.“ sind da zu lesen. Ein User kommentiert: „Bleibt der Schweiz bitte fern.“
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