„Unseriös und undemokratisch“ - Handball-Boss Hanning attackiert Linken-Chefin
Berlin kämpft um die Spiele 2036, 2040 oder 2044 (BILD berichtete). Doch ausgerechnet nach dem Wahlsieg der Linken in der Hauptstadt droht das Aus für die Bewerbung. Elif Eralp (45), Spitzenkandidatin der Linken, erklärte die Olympia-Bewerbung für „erledigt“. Jetzt platzt Handball-Boss Bob Hanning (58), Geschäftsführer der Füchse Berlin, der Kragen. Der Handball-Macher schießt scharf gegen Olympiagegnerin Elif Eralp.
Hanning erklärte beim Training der Berliner Handballer (vor dem Abflug zum Super Globe in Ägypten): „Ein solches Statement zu machen, ist einfach unterirdisch. Wenn du sagst, du willst eine Gesellschaft vereinen und ein Kuratorium aus Berlins Mitte, dich um ein Gespräch bittet und du den Menschen, die sich für Olympia eingesetzt haben, so einen Schlag ins Gesicht entgegenspielst, dann ist das undemokratisch. Und unseriös. Und durch nichts zu rechtfertigen.“
Wütend und enttäuscht macht er seinem Ärger weiter Luft: „Man kann unterschiedliche Auffassungen haben, die brauchen nicht zu Feindschaften zu führen. Aber der Auftritt, der der letzten zwei Tage, lässt mich die Frage stellen, ob eine solche Frau ein solches tolles Bundesland wie Berlin überhaupt regieren darf. Damit sind die Chancen natürlich für ganz Deutschland, die Spiele zu bekommen, gesunken.“
Hanning hatte sich wie viele Sportfunktionäre, Athleten und Olympia-Fans aus der Hauptstadt gute Chancen ausgerechnet und aktiv die Bewerbung Berlins mit seinen Handballern unterstützt: „Weil ich aus innerer Überzeugung glaube, dass es alle deutschen Bewerber können, aber natürlich die Strahlkraft von Berlin eine sehr gute Option gewesen wäre und ich denke, international hätte man die besten Chancen mit Berlin. Aber die Entwicklung eines Landes so wegzuwischen, das macht mich wirklich traurig. Und mir fällt ehrlich gesagt dazu auch gar nichts mehr ein, weil du musst dir überlegen, also ich bin da 75, ich brauche kein Olympia mehr, aber für die Kinder, für das Thema Sport, wer holt denn die Kinder von der Straße? Wer sind denn die Leuchttürme, sowohl im olympischen als auch im paralympischen Sport?“
Am Sonnabend entscheidet eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB über den deutschen Olympia-Kandidaten. Zur Wahl stehen die Konzepte von München, Köln/Rhein-Ruhr und Berlin. In Berlin war ein Bürgerentscheid aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht möglich. Der Senat stimmte dem Bewerbungskonzept mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zu, Linke und Grüne stellten sich jedoch dagegen. Nach der Abfuhr von Elif Eralp an die Olympiamacher um Berlins Olympia-Beauftragten Kaweh Niroomand droht nun sogar der vorzeitige Rückzug. Bitter für die Sportmetropole Deutschlands.
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