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Russland stellt Nestlés Standorte unter Zwangsverwaltung

Deutsche Welle ·

Die Russland-Geschäfte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé sind unter russische Verwaltung gestellt worden. Laut einem an diesem Donnerstag veröffentlichten Dekret von Kreml-Chef Wladimir Putin wurden die Anteile an eine russische Gesellschaft namens L.E.V. Management übertragen. Auch die französische Supermarktkette Auchan wurde unter Zwangsverwaltung gestellt. Betroffen ist zudem die Bauhauskette Leroy Merlin, die 2024 in Russland in Lemana Pro umbenannt worden war.

Im Fall Nestlé betrifft das Dekret unter anderem auch die Vermögenswerte der Nestlé Deutschland AG in Russland. Nestlé teilte am Freitag mit, das Unternehmen nehme den Erlass zur Kenntnis und prüfe die Situation sowie seine Optionen. Der Konzern wolle alle notwendigen ‌Schritte unternehmen, um ⁠seine ⁠Rechte zu schützen und den Fortbetrieb im Interesse der Mitarbeiter zu sichern.

Russland hat die Kontrolle über ausländische Vermögenswerte seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr ​2022 verschärft. Moskau kann laut einem Dekret aus dem Jahr 2023 Vermögenswerte aus Ländern, die von der Regierung als "unfreundlich" eingestuft ​werden, unter vorübergehende Verwaltung stellen. Der Staat übernahm auf diesem Weg etwa die Kontrolle ​über die russischen ‌Tochtergesellschaften von Unternehmen wie dem französischen Lebensmittelkonzern Danone und der dänischen Brauerei Carlsberg.

Nestlé hatte seine Geschäfte in Russland fortgesetzt und dies damit begründet, als Lebensmittelhersteller lebenswichtige Güter zu liefern. Der Schweizer Konzern betreibt in Russland sechs Fabriken, in denen unter anderem Kaffee, Tiernahrung ‌und Säuglingsnahrung hergestellt werden. Gemäß den letzten verfügbaren Zahlen beschäftigte der Konzern aus Vevey am Genfersee im ‌Jahr ​2021 rund 7000 Mitarbeiter in dem Land und erwirtschaftete dort rund zwei Prozent des Konzernumsatzes. Analysten schätzten den Wert der Geschäfte in Russland auf umgerechnet bis zu 1,7 Milliarden Franken.

Die L.E.V. Management wird laut einem Bericht der unabhängigen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta Europa" von Andrej Krajuschkin geleitet, der demnach dem russischen Innenministerium untersteht. Aus den Buchhaltungsunterlagen geht laut der Zeitung hervor, dass das Unternehmen zumindest bis Ende 2025 "keinerlei Geschäftstätigkeit" ausgeübt habe und "nur einen einzigen Mitarbeiter" beschäftige. "Die Eigentümer sind unbekannt", berichtete die Zeitung, die ihren Sitz in Lettland hat.

Seit Beginn der russischen Militäroffensive in der Ukraine im Februar 2022 haben sich zahlreiche westliche Konzerne aus Russland zurückgezogen. Andere Unternehmen stellten ihre Aktivitäten dort ein oder wurden an russische Gesellschaften übertragen.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.dw.com — der Inhalt gehört Deutsche Welle.

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