Anschlag auf Synagoge in NRW: Ermittler vermuten antisemitisches Motiv
Brandanschlag auf Synagoge Ermittler in Wuppertal vermuten antisemitisches Motiv Stand: 18.09.2026 • 12:49 Uhr
Auf die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde in Wuppertal ist ein Brandanschlag verübt worden. Ein aus Afghanistan stammender Mann wurde festgenommen. Die Ermittler gehen von einem antisemitischen Motiv aus.
Bereits am Donnerstagabend habe es erste Äußerungen des mutmaßlichen Täters gegenüber der Polizei gegeben, die "klar in Richtung eines antisemtischen Motivs" gingen, so Wuppertals Oberstaatsanwalt Wolf Tilmann Baumert gegenüber dem WDR. Auch dass es eine Synagoge war, die angegriffen wurde, spreche dafür, dass die Tat antisemitisch motiviert war.
Anschlag auf Synagoge in Wuppertal | Video Das Erste Schock, Entsetzen, Anteilnahme Das ist der Kern vieler Botschaften, die seit der Attacke an die Jüdische Kultusgemeinde in Wuppertal gerichtet sind. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, sagte, der Zeitpunkt des Anschlags sei nicht zufällig gewählt. In drei Tagen beginnt der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur.
Auch aus der Lokalpolitik kamen Reaktionen zum Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge. Die Wuppertaler Oberbürgermeisterin Miriam Scherff bezieht klar Stellung gegen Gewalt und Antisemitismus: "Es ist sehr schäbig, dass so etwas passiert, und ich verurteile es aufs Schärfste," heißt es in einer Pressemitteilung.
Am Donnerstagabend versammelten sich rund 30 Menschen, darunter Vertreter vieler Parteien und Glaubensrichtungen, zu einer spontanen Mahnwache am Tatort. Solche Aktionen sind auch für heute Vormittag im Wuppertaler Stadtteil Barmen geplant.
Dilek Engin, SPD Wuppertal (links), und Helge Lindh, SPD-Bundestagsabgeordneter (Mitte)
Die Interessenvertretung Wuppertaler Moscheen hat den Anschlag auf die Wuppertaler Synagoge in einem Brief an die Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal scharf verurteilt und der jüdischen Gemeinde ihre Solidarität ausgesprochen. Die muslimischen Gemeinden betonen darin, dass nichts einen Angriff auf ein Gotteshaus rechtfertigen könne.
Zugleich rufen sie dazu auf, sich nicht von Konflikten außerhalb Deutschlands spalten zu lassen. Ein Angriff auf eine Synagoge sei immer auch ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben und die Religionsfreiheit in Wuppertal.
Mohamed Abodahab, Vorsitzender Interessensvertretung Wuppertaler Moscheen und Samir Bouaissa, Vorsitzender des Landesverbands NRW des Zentralrats der Muslime Deutschland
Auch die Wuppertaler Ditib-Gemeinde zeigt sich in den Sozialen Medien solidarisch. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Antisemitismus, antimuslimischer Rassismus oder religiöse Feindseligkeit unsere Gesellschaft spalten", heißt es auf Instagram.
Auch die katholische Stadtkirche Wuppertal reagierte bestürzt auf den Brandanschlag und sprach der jüdischen Gemeinde ihre Solidarität aus.
Stadtdechant Bruno Kurth und die Vorsitzende des Katholikenrates, Barbara Reul-Nocke, bezeichneten die Tat als Ausdruck von Antisemitismus und Judenhass.
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