Landtagswahl: Schwesig gegen Holm: Zwei Spitzenkandidaten, ein Wahlkreis
Schwesig und Holm sind prägende Figuren bei der Landtagswahl in MV.
Im Wahlkreis in der Landeshauptstadt treffen sie direkt aufeinander.
Ein Hyperfokus, der in die Irre führt, sagt ein Experte.
Schwerin I heißt der Wahlkreis, auf den derzeit so viele Augen und Kameras gerichtet sind: Ein Wahlkreis, in dem die zwei wohl bekanntesten Gesichter der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern nicht nur bei TV-Duellen aufeinandertreffen.
Dort buhlen die amtierende Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig und ihr Herausforderer, der AfD-Ministerpräsidentenkandidat Leif-Erik Holm, um dasselbe Direktmandat.
Kann man also dort – in einem der flächenmäßig kleinsten Wahlkreise im Westen des Landes – die Geschehnisse der Landtagswahl wie unter einem Brennglas beobachten? „Symbolisch stark aufgeladener Sonderfall“ Der Wahlkreis Schwerin I umfasst den nördlichen Teil der Stadt inklusive Innenstadt, Schwerin II den südlichen Teil.
Mit den restlichen 35 Wahlkreisen im Land habe der Wahlkreis von Holm und Schwesig wenig gemein, sagt der Politikwissenschaftler Jochen Müller von der Universität Greifswald. „Ein großer Teil des Landes ist ländlich geprägt, während die Landeshauptstadt eine eigene soziale und politische Struktur hat“.
Müller hält Schwerin I für einen „symbolisch stark aufgeladenen Sonderfall“.
Das zeige sich beispielhaft daran, dass der Linken-Landtagsabgeordnete Daniel Trepsdorf rund einen Monat vor der Wahl überraschend auf seine Direktkandidatur in diesem Wahlkreis verzichtete und stattdessen zur Wahl Schwesigs aufrief, um einen möglichen Sieg Holms zu verhindern. „Allein deshalb ist es kein typischer Wahlkreis, weil das nirgends anders so passiert“, sagt Müller.
Zweitstimmen entscheidend Den Medienrummel rund um die Landeshauptstadt, der dadurch verstärkt werde, dass die beiden Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt dort antreten, hält Müller für problematisch.
Es werde der Eindruck erweckt, die Wahl würde zwischen der SPD-Frau und dem AfD-Mann entschieden. „Über die Mehrheiten im Landtag entscheiden aber die landesweiten Zweitstimmen“, betont der Politikwissenschaftler.
Schwesig steht auf dem ersten Platz der Landesliste ihrer Partei, dürfte also ohnehin in den Landtag einziehen.
Holm steht dagegen nicht auf der Landesliste.
Am Mittwochabend begegnen sich Schwesig und Holm in einem TV-Duell im NDR-Studio.
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