Ärzte im Gesundheitssystem: Ganz schön viele Ärzte unter den Patienten
Wenig auf der Welt macht mir so viel Freude wie das Gejammer darüber, wie schwer es ist, als Ärztin zu arbeiten.
Darüber, dass ich meiner Tochter abends gern den Hobbit vorlesen würde – und nachts im Krankenhaus Dienst schiebe.
Und natürlich über mein schweres Schicksal als ukrainische Migrantin in Sachsen, die sich seit Jahren mit diesem Deutsch abmüht und bei der trotzdem keine zwei Sekunden vergehen, bis klar ist, dass sie aus der Ukraine kommt.
Und immer findet sich eine Kollegin oder eine Patientin, die vorsichtig meine Aussprache korrigiert und nachsichtig lächelt: »Ach, ach, Sie sind ja Geflüchtete, Sie haben es schwer.« Aber ich bin keine Geflüchtete, ich kam 2018 mit meinem Mann nach Deutschland, um zu arbeiten, und zur Selbstironie bin ich durchaus fähig, also lachen wir kurz darüber, gehen auseinander, und ich beschwere mich weiter.
Dieses Gejammer liebe ich mehr als Syrniki, Sex oder eine neue Staffel Babylon Berlin .
Warum? Weil es verdammt noch mal wahnsinnig schwer ist, als Ärztin zu arbeiten.
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