Ein Rennen wackelt - Geheimplan ums Formel-1-Finale
Stellen Sie sich mal diesen Wahnsinn vor: Italien feiert am 6. Dezember im letzten Saison-Rennen seinen ersten italienischen Formel-1-Weltmeister nach 73 Jahren (Alberto Ascari) zu Hause in Imola! Der WM-Führende und Titel-Favorit Kimi Antonelli (20) könnte quasi vor seiner Haustüre der jüngste Champion aller Zeiten werden …
Dieses Szenario wird gerade hinter verschlossenen Türen bei der Fia und den Formel-1-Verantwortlichen diskutiert. BILD erfuhr, dass Imola die anderen Ersatzbewerber Portimão, Barcelona und Istanbul (zunächst) für eine mögliche Absage in Abu Dhabi auf die Plätze verwiesen hat.
Die Kriegswirren im Nahen Osten haben in diesem Jahr den Kalender durcheinandergewirbelt. Im April wurden bereits die Rennen in Saudi-Arabien und Bahrain wegen des Iran-Konflikts abgesagt. Das Bahrain-Rennen wird am 4. Oktober in Malaysia zwischen den Grands Prix in Aserbaidschan (26. September) und Singapur (11. Oktober) nachgeholt.
Durch die andauernde unsichere Situation im Nahen Osten stehen die beiden Schluss-Rennen am 29. November in Katar und eine Woche später am 6. Dezember in Abu Dhabi vor dem (verständlichen) Aus.
Noch wartet man bei der Fia mit einer offiziellen Absage ab. Deshalb hat man bei der Bekanntgabe des Rennkalenders 2027 vor Kurzem einen Absatz eingefügt: „Weil wir wissen, dass die Fragen kommen werden: Unsere Position im Hinblick auf den Kalender der Saison 2026 bleibt unverändert. Wie Stefano (Domenicali, der F1-Boss; d.Red.) schon mehrfach gesagt hat, haben sich unsere Pläne nicht geändert, und wir machen wie geplant weiter.“
Auch, weil eine ganze Menge Geld auf dem Spiel steht. Katar soll rund 55 Mio. Dollar (umgerechnet ca. 48 Mio. Euro), Abu Dhabi knapp 50 Mio. Dollar (43,5 Mio. Euro) pro Rennen an die Formel 1 überweisen. Sagt die Königsklasse des Motorsports die Rennen von sich aus ab, gehen ihr also über 90 Mio. Euro flöten.
Im Hintergrund laufen aber längst die Planungen für EIN Ersatzrennen für diese zwei Ausfälle. Zu groß ist das Sicherheitsrisiko für den Formel-1-Tross. Einige Teamchefs haben schon Boykott-Gedanken geäußert, in der jetzigen Situation im Nahen Osten zu fahren. Auch bei Fahrern und Mechanikern soll es Gedankenspiele in diese Richtung geben. Für Katar soll es demnach keinen Ersatz geben, nur das Saison-Finale würde von Abu Dhabi nach Italien verlegt.
Auf dem Autodromo Enzo e Dino Ferrari fuhr die Formel 1 bis letztes Jahr – 2026 wurde der Große Preis der Emilia-Romagna aus dem Rennkalender gestrichen. Italien hatte aber trotzdem noch sein Rennen Anfang September in Monza mit dem Großen Preis von Italien – mit dem italienischen Shootingstar Antonelli als Sieger. Allerdings im Mercedes.
Trotzdem feierten die italienischen Fans ihren Youngster bereits wie einen Weltmeister. Das könnte dann am 6. Dezember in Imola passieren …
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