Was das für Fans bedeutet - Bundesliga siegt vor Gericht gegen Viagogo
Diese Nachricht dürfte viele Fußball-Fans freuen. Die Bundesliga hat einen langjährigen Rechtsstreit gegen die Online-Ticketbörse Viagogo gewonnen. Das Oberlandesgericht München hat der Bundesliga -Klage in vollem Umfang stattgegeben. Das Gericht stufte mehrere Geschäftspraktiken von Viagogo als irreführend ein. Bedeutet: ein Verstoß gegen das deutsche Wettbewerbsrecht.
Worum geht es? Vor dem Supercup 2019 zwischen den Bayern und dem BVB (0:2) hatte die Bundesliga (damals noch Deutsche Fußball Liga) vor dem Kauf von Tickets auf dem nicht-autorisierten Zweitmarkt, insbesondere auf der Plattform Viagogo, gewarnt. Hintergrund: Dort waren bereits Tickets für das Spiel angeboten worden, obwohl der offizielle Verkauf zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen hatte.
Nach Ansicht der Richter müssen Käufer künftig eindeutig erkennen können, ob Tickets tatsächlich bereits verfügbar sind. Außerdem muss klar sein, welche Leistungen eine Garantie umfasst und von wem die Tickets verkauft werden. Die Zweitmarkt-Plattformen dürfen auch keine künstliche Knappheit vortäuschen, um Kunden zu schnellen Kaufentscheidungen zu bewegen. Heißt: Viagogo muss künftig verhindern, dass Tickets für von der Liga-Organisation vermarktete Spiele auf die bisherige Weise verkauft werden.
Auf Plattformen wie Viagogo werden teils deutlich höhere Preise aufgerufen. Auch Fake-Angebote können dort auftauchen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz verdient über Gebühren bei jedem Ticket-Verkauf mit. Viagogo selbst weist immer darauf hin, nicht selbst Tickets anzubieten. Stattdessen sei man nur Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer.
Besonders bitter: Viele Fans fielen auf diese sogenannten „Leerverkäufe“ rein. So riskierten sie, keine Tickets zu bekommen oder am Stadion abgewiesen zu werden. Dabei wurden die Tickets von Viagogo als „garantiert“ gekennzeichnet.
Zunächst hatte die Bundesliga Viagogo eine Abmahnung zugestellt, dann rechtliche Schritte eingeleitet. Diese führten bis zum Bundesgerichtshof. Mit dem Urteil stärkt das Gericht die Bemühungen der Klubs und Verbände für einen fairen, transparenten Ticketmarkt. Die Entscheidung ist ein klares Zeichen gegen undurchsichtige Angebote und überhöhte Preise.
Bundesliga-Boss Marc Lenz (40): „Diese Entscheidung ist ein wichtiger Erfolg für den Schutz der Fans und eines fairen Ticketmarkts. Die Bundesliga und ihre Clubs werden weiterhin entschlossen gegen nicht autorisierte Ticketverkäufe vorgehen.“ Gegen das Urteil kann Viagogo mit einer Nichtzulassungsbeschwerde vor dem Bundesgerichtshof vorgehen, um die Zulassung einer Revision zu erreichen.
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