AfD holt Mecklenburg-Vorpommern: Manuela Schwesig feiert eine bittersüße Niederlage
Die AfD fährt in Mecklenburg-Vorpommern einen aus ihrer Sicht gigantischen Wahlsieg ein, doch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig sieht sich dennoch als Siegerin. Dass sie das erhoffte Wunder verpasst, kann sie aber schlecht allein an Schwarz-Rot im Bund festmachen.
Ob man ein Glas als halb voll oder halb leer betrachtet, hängt auch davon ab, wie durstig der Betrachter ist. Manuela Schwesig hatte großen Durst, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern zu bleiben. Die Sozialdemokratin betrachtet das Wahlergebnis deshalb als halbvolles Glas und greift beherzt zu: Auch mit ihrer SPD als zweitstärkster Kraft im Landtag wird sie möglicherweise weiterregieren können, obwohl sie ausweislich der Hochrechnungen zusätzlich zur Linken einen weiteren Koalitionspartner ins Boot holen muss. Mindestens, je nach Abschneiden des BSW. Das große Wunder, ein sich zuletzt in Umfragen andeutender Sieg über die AfD, bleibt ihr aber verwehrt.
"Vor einem Jahr lag die SPD-MV bei 19 Prozent", erinnert Schwesig gleich in ihrer ersten Reaktion an die Ausgangslage vor dieser Wahl. "Das war die schwerste Landtagswahl", es habe "ziemlich viel Gegenwind aus dem Bund" gegeben. "Was für eine Aufholjagd", setzt sie den Ton für den weiteren Abend. "Vor einem Jahr hätten die Wenigsten gedacht, dass es möglich ist, aufzuholen", deutet die Ministerpräsidentin sie das Einlaufen auf Platz zwei zu einer Art Sieg um. Schwesig ist offenkundig entschlossen, auch aus diesem Ergebnis umgehend einen Regierungsauftrag abzuleiten. "Die AfD hat ihr Ziel, hier absolute Mehrheit und Alleinregierung zu machen, nicht erreicht", sagt Schwesig später im ZDF.
Nach etablierter Logik müsste die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Leif-Erik Holm nach der Macht greifen. Nicht nur ist es der Partei gelungen, stärkste Kraft zu werden gegen die so starke Schwesig, die bei einer Direktwahl mehr als die Hälfte der Befragten zur Ministerpräsidentin gewählt hätten. Sie hat auch ihr Ergebnis mehr als verdoppelt. Rund 20 Prozentpunkte mehr sind ein gewaltiger Sprung. Dass Schwesigs SPD überhaupt auf Augenhöhe mit der AfD liegt, ist allein jenen Wählern zu verdanken, die von CDU, Linke, Grünen und FDP zur Schwesig-Partei hinübergewechselt sind. Aus dem AfD-Lager zur SPD gewechselt ist niemand.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.n-tv.de — der Inhalt gehört n-tv.