Bundesliga-Spitzenreiter: Wie Manuel Baum beim FC Augsburg alle überraschte
Am Sonntagabend gewann der FC Augsburg 4:1 bei Eintracht Frankfurt , und am Montag war er das Thema im Sportblock der ZDF-Nachrichtensendung „heute“. Als Kontrast zur politischen Großwetterlage irgendwas Leichtes, Kurioses, fast Unglaubliches: Der FC Augsburg ist Tabellenführer der Fußball-Bundesliga.
Nach gerade mal zwei Spieltagen kann die Reihenfolge schon ungewöhnlich aussehen, doch die bayerischen Schwaben standen, obwohl der höchsten Klasse im 16. Jahr angehörend, noch nie auf Platz eins. Wenn der FC Augsburg eine Tradition hat, dann die des zähen Starts in eine Saison.
Vor einem Jahr hatten manche vielleicht gedacht, der FCA könnte forsch loslegen, denn er hatte als Trainer Sandro Wagner verpflichtet , auch im Verein wurde hoffnungsvoll die Rechnung aufgemacht: Die Mannschaft ist eingespielt, und jetzt kommt einer, der sie richtig anzündet. Das müsse gut werden.
Es wurde zum größten Irrtum der Augsburger Bundesligageschichte. Nach zwölf Spieltagen war der ehemalige Nationalmannschaftsassistent wegen sichtbarer Überforderung Vergangenheit. Ebenso vorbei war die bundesweite mediale Beobachtung des FC Augsburg, auch wenn dieser anschließend noch zu einer der positiven Erscheinungen der Saison 2025/26 gehörte.
Als einzigem Klub gelang ihm ein Sieg gegen den FC Bayern, noch dazu in München. Am Ende stand Rang neun, die drittbeste Platzierung der Augsburger Erstligazeit. Bewerkstelligt hatte das Manuel Baum.
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Die öffentliche Interpretation war, dass der FC Augsburg sich auf eine Zeitreise begeben habe. Denn Baum war schon einmal FCA-Cheftrainer gewesen. Im Herbst 2016 löste er, bis dahin im Nachwuchsleistungszentrum tätig gewesen, Dirk Schuster als Trainer der Bundesligamannschaft ab. Über zweieinhalb Jahre hielt er sich – also länger als die durchschnittliche Lebensdauer im Profigeschäft.
Die Beziehung zum FCA blieb trotz der Trennung fünf Spieltage vor Saisonende 2019 intakt. Die Erinnerung an Manuel Baum wurde von den guten Eindrücken bestimmt. Die chaotischen Momente wurden mit dem ehemaligen Nationaltorwart Jens Lehmann verbunden, den der damalige Sportchef Stefan Reuter Baum als Assistenten zur Seite gestellt hatte, um die Kommunikation des Trainerstabs zur Mannschaft aufzufrischen.
Baums Trainerkarriere versandete nach der Station Augsburg . Kurz war er beim Deutschen Fußball-Bund für die U-20-Auswahl zuständig, kurz bei Schalke 04 und zuletzt Nachwuchsleiter bei RB Leipzig. Der FC Augsburg holte Baum, der in München wohnt und wieder bei der Familie sein wollte, im Sommer 2025 zurück. Aber explizit nicht als (potentiellen) Trainer. Man schuf eine neue Stelle für ihn: Leiter Entwicklung und Fußballinnovation. Eine Art Labortätigkeit: Um die Auswirkung von Schlaf und Ernährung auf die Leistung sollte es gehen, um Zukunftsforschung.
Als Aufpasser und möglicher Ersatz für Sandro Wagner war Manuel Baum explizit nicht eingestellt worden, in einem internen Arbeitspapier stand, Baum habe für sich erkannt, dass er kein Bundesliga-Cheftrainer sei.
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