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Stammzellspende bewahrt Kind vor Tod - „Danke, dass Du mein Leben gerettet hast!“

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Stammzellspende bewahrt Kind vor Tod - „Danke, dass Du mein Leben gerettet hast!“

Bad Bentheim (Niedersachsen) – Ganz fest drückt der kleine Junge den großen, kräftigen Mann auf dem Bahnsteig, möchte ihn gar nicht mehr loslassen. Doch hier begrüßt nicht ein Sohn seinen Papa, hier umarmt ein Kind seinen Lebensretter.

Im August 2023, erkrankte der damals Vierjährige an Leukämie . Unzählige Klinikaufenthalte, Chemotherapien – nichts half. Shahil aus Bad Bentheim ( Niedersachsen ) brauchte eine Stammzellspende. Doch in der Familie gab es kein passendes Match. Und auch viele Spendenaktionen brachten keinen Erfolg. Doch die Rettung war nah: Biologe Sven (40) war schon in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert, ließ sich bereits 2014 typisieren. Als der Anruf dann kam, war der Spender überrascht: „Ich hatte gar nicht mehr damit gerechnet!“ Aber er wollte sofort helfen. Für die Spende isolierte er sich, so gut es ging, um sich vor Viren und Bakterien zu schützen. Er nutzte keine Öffis mehr, verzichtete sogar auf sein geliebtes Kickboxen. „Ich habe mich verantwortlich gefühlt und wollte nicht patzen.“

Anfang 2024 spendete er und erfuhr, dass er einem kleinen Jungen das Leben retten könnte. Ein Jahr später bekam er einen Dankesbrief von Shahils Eltern: „Ich hatte Tränen in den Augen“, erinnert sich Sven. Spender und Empfänger müssen sich nicht treffen, sie können es aber nach einer gewissen Frist. Für Shahils Familie und Sven war klar: Dieses Treffen wird es geben. Und so war es dann auch: Als der Zug mit Sven darin am Bahnhof in Bad Bentheim stoppte, schloss der Junge endlich seinen Lebensretter in die Arme. Und sagte: „Du bist jetzt mein großer Bruder. Danke, dass du mein Leben gerettet hast!“

Unsicherheit oder Fremdeln? Kein Stück bei Shahils Mutter Nesrin, Papa Younes (40) und Zwillingsschwester Fatima (7): „Obwohl wir uns noch nie begegnet waren, fühlte es sich nicht nach einem fremden Menschen an. Es war vielmehr dieses Gefühl von Vertrautheit, von Nähe – Familie.“ Bei der Überraschungsparty im Garten der Familie kickt Sven dann mit seinem neuen kleinen Freund – beide sind große Fußball-Fans. Sven ist glücklich, sich registriert zu haben: „Wir weichen dem Thema aus und sind immer so distanziert – bis wir betroffen sind. Lasst euch registrieren. Ihr könnt nur gewinnen. Im besten Fall einen neuen kleinen Bruder, der eure Fußballleidenschaft teilt.“

Wer Spender werden will, kann auf der Internetseite der DKMS ein Typisierungsset bestellen, das per Post kommt. Mit dem Stäbchen wird zu Hause ein Abstrich aus der Mundhöhle gemacht, zurückgeschickt, fertig. Registrieren kann sich jeder Gesunde zwischen 17 und 55 Jahren. Zu rund 90 Prozent funktioniert die Spende, indem die Stammzellen aus dem Blut „gewaschen“ werden. Nur in seltenen Fällen ist eine Knochenmarksentnahme nötig.

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