Falle bei Anrufen - Bloß nicht sprechen, bevor der andere abhebt!
Viele Menschen gehen davon aus, dass ein Telefonat erst beginnt, wenn die angerufene Person den Anruf annimmt. Doch das stimmt anscheinend nicht immer. Forscher berichten, dass eine Sprachverbindung unter bestimmten Umständen bereits aufgebaut werden kann, bevor das Gespräch offiziell startet.
Wie das österreichische Nachrichtenportal „ ORF “ berichtet, kann die angerufene Person mitunter bereits mehrere Sekunden vor der eigentlichen Annahme des Anrufs hören, was gesagt wird. Der Anrufer bemerkt davon in der Regel nichts, weil weiterhin das bekannte Freizeichen zu hören ist.
Es sind dabei Zeiträume von bis zu drei Sekunden möglich. Laut ORF handelt es sich nicht um ein Problem einzelner Netze. Vielmehr könne dieser Effekt grundsätzlich in Mobilfunknetzen auftreten. Das kann unangenehm werden, wenn während des Freizeichens mit anderen Personen gesprochen oder die Situation kommentiert wird.
Für die Erklärung sprach der ORF mit Gernot Kubin vom Institut für Signal- und Sprachverarbeitung an der TU Graz. Ihm zufolge werden Sprachdaten und Informationen zum Verbindungsaufbau getrennt übertragen. Dadurch können zeitliche Verschiebungen entstehen.
„Dann ist damit zu rechnen, dass vielleicht eine Systemkomponente schon früher umschaltet und daher das Mikrofon offen ist“, erklärt Kubin.
Die Technik hat zugleich einen weiteren Zweck: Darüber werden auch Freizeichen, Warteschleifen oder automatische Ansagen wie „Der Teilnehmer ist momentan nicht erreichbar“ übertragen. So erhalten Anrufer schon während des Verbindungsaufbaus Hinweise zum Status ihres Anrufs.
Besonders aufmerksam sollten Verbraucher laut dem Online-Magazin „ Chip “ bei Service-Hotlines und Callcentern sein. Dort könnten Mikrofone bereits vor dem eigentlichen Gesprächsbeginn aktiviert und so Informationen über Anrufer erfasst werden.
Kubin empfiehlt deshalb, bis zum Start des Gesprächs möglichst nichts zu sagen. „Wäre durchaus eine Empfehlung, wenn man sozusagen Peinlichkeiten vermeiden möchte.“
Wie häufig solche Situationen tatsächlich vorkommen und unter welchen Bedingungen sie besonders wahrscheinlich sind, ist derzeit nicht bekannt.
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