Bruder und Cousin starben - 15-Jähriger überlebt 72 Stunden im Eismeer
Anchorage (USA) – Um ihn herum war nur eiskaltes Meer. Fast drei Tage lang kämpfte ein Teenager allein gegen die Kälte und die Naturgewalten der Beringsee. Der 15-Jährige aus Alaska wurde auf einem gekenterten Fischerboot entdeckt und gerettet. Sein älterer Bruder und sein Cousin kamen bei dem Unglück ums Leben.
Der Junge war am Freitag gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Cousin von der abgelegenen St.-Lawrence-Insel im Norden Alaskas aufgebrochen. Die drei wollten Heilbutt angeln und am Sonntag zurückkehren. Doch das kleine Fischerboot kam nicht wieder im Hafen an. Daraufhin wurde die Polizei alarmiert. Mit Unterstützung der US-Küstenwache begann eine groß angelegte Suchaktion.
Erst am Montag wurde der Teenager gefunden. Die Besatzung eines Hercules-Flugzeugs entdeckte ihn auf dem Rumpf seines gekenterten Bootes in dem Meer vor Alaska nahe der russischen Region Tschukotka. Leuchtraketen leiteten ein in der Nähe befindliches Fischerboot zur Unglücksstelle.
Das Boot änderte sofort den Kurs. Dennoch dauerte es noch rund vier Stunden, bis die Besatzung den Jungen tatsächlich fand. Während der Suche ließ die Crew immer wieder das Nebelhorn ertönen. Sie hoffte, dem Teenager so zu signalisieren, dass Hilfe unterwegs war.
Als die Retter ihn schließlich erreichten, war er zu schwach, um zu den Rettungsbooten zu schwimmen, die aus der Luft abgeworfen worden waren. Der Kapitän des Fischerbootes nannte den Jugendlichen einen „ganz schön toughen Jungen“.
Videoaufnahmen der Rettung zeigten den 15-Jährigen in einer auffälligen gelben Jacke, kniend auf dem umgekippten Boot. Nach Angaben der Küstenwache war er unterkühlt. Sein Zustand galt dennoch als vergleichsweise gut.
Für seinen Bruder und seinen Cousin kam jede Hilfe zu spät. Der Bruder war ertrunken. Der Cousin hatte sich zunächst ebenfalls an dem gekenterten Boot festhalten können, verlor später aber seine Kräfte. Was das Unglück ausgelöst hat, ist noch unklar.
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