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Kultur

"Merz gegen Merz: Entscheidungen": Zwischen Chaos und Melancholie: Familie Merz auf tragikomischem Roadtrip

Stern ·
"Merz gegen Merz: Entscheidungen": Zwischen Chaos und Melancholie: Familie Merz auf tragikomischem Roadtrip

Nach diesmal kurzer Pause kehrt die Chaosfamilie zurück: Im vierten Film "Merz gegen Merz: Entscheidungen" geht es bei Christoph Maria Herbst und Annette Frier als Ex-Ehepaar wieder drunter und drüber – inklusive eines tragikomischen Roadtrips.

Manchmal geht es schneller als gedacht: Mussten die Fans der Dramedy "Merz gegen Merz" zuvor knapp zwei Jahre auf neuen Stoff der Chaosfamilie warten, geht es 2026 Schlag auf Schlag: Auf den dritten Spielfilm "Geständnisse", der die Merzens erst im Frühjahr in ein Spa-Hotel verfrachtete, folgt nun der vierte Film der vor sieben Jahren als Serie gestarteten Reihe.

Schöpfer Ralf Husmann scheint die Geschichte um Christoph Maria Herbst und Annette Frier als geschiedenes Ehepaar noch lange nicht auserzählt zu haben.

Wobei sich die Motive naturgemäß wiederholen: In "Merz gegen Merz: Entscheidungen" geht es abermals um Liebesfeste und Beziehungskrisen, während das Ganze in einem tragikomischen Roadtrip gipfelt.

Der Film, wie immer unter Regie von Felix Stienz, lässt seine Protagonisten und das Publikum mehr denn je ein Wechselbad der Gefühle durchleben.

Dem Drehbuch von Husmann und Annekathrin Lang, die bereits den letzten Film erstmals mitverantwortete, gelingt ein unterhaltsamer Spagat zwischen Humor und Tragik, zwischen Slapstik und Melancholie.

Während sich die titelgebenden Ex-Ehepartner Anne (Frier) und Erik (Herbst) einander weiterhin annähern, dreht sich zunächst alles um das geplante Verlobungsfest von Annes Mutter Maria (Claudia Rieschel) und Silvia (Alexandra von Schwerin), die ihre Liebe im letzten Film endlich offenbart hatten.

Nun soll gefeiert werden, standesgemäß mit Schokobrunnen, Eisskulpturen und Erotikzauber.

Alles geplant von Annes verplantem Lebensgefährten Jonas (Nikolaus Benda), der allerdings eher unbeholfen seine Beziehung retten will ("Auf einer Skala von Thunfisch bis Tiramisu bist du eine Pizza Margherita.") Nachdenklicher denn je Doch es kommt wie immer anders: Als Maria ihrem dementen Noch-Ehemann Ludwig, herausragend gespielt von Michael Wittenborn, von der angedachten Verlobung berichtet, haut er mal wieder aus dem Pflegeheim ab – diesmal aber meint er es ernst: Mithilfe von Eriks Mutter Renate (wunderbar: Carmen-Maja Antoni) will er nach Holland reisen, um dort freiwillig zu sterben.

Das ganze Leben mache "keinen Sinn mehr, dass ich überhaupt noch da bin", verzweifelt er.

Als die Sippschaft durch Eriks Vater Günter (Bernd Stegemann) vom Ernst der Situation erfährt, wird aus der Partyplanungs-Dramedy ein wehmütiger Roadtrip, der einen tatsächlich über denn Sinn des Daseins reflektieren lässt.

"Das Leben ist kostbar" – "Ja, aber meins nicht mehr", bringt einer der wunderbaren Dialoge das Dilemma auf den Punkt.

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