Proteste in Frankreich: Erneut mehr als hunderttausend Schüler und Studenten auf der Straße
Im Zuge ihrer anhaltenden Proteste sind in Frankreich erneut mehr als hunderttausend Schüler und Studenten auf die Straße gegangen, um für bessere Lern- und Studienbedingungen zu demonstrieren.
Die Veranstalter meldeten am Dienstag landesweit 480.000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 162.000.
Am Vormittag unterstützte überraschend die schwedische Aktivistin Greta Thunberg in der Vorstadt Saint-Denis die Schülerproteste.
An mehreren Orten kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
An der Demonstration in Paris nahm auch der linkspopulistische Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon teil.
Die französische Regierung wirft seiner Partei vor, die Proteste zu instrumentalisieren.
Nach Angaben eines Studierendenverbandes waren am Dienstag 90 Prozent der Universitäten blockiert oder geschlossen.
Das Hochschulministerium meldete, dass der Betrieb an 35 Prozent der Hochschulen und Universitäten gestört sei.
Die Zahlen beider Seiten liegen in Frankreich üblicherweise sehr weit auseinander.
In Paris kam es am Nachmittag erneut zu Ausschreitungen.
Sicherheitskräfte wurden mit Wurfgeschossen angegriffen, diese setzten Tränengas ein.
Der Sender France Info berichtete, dass sich Randalierer des sogenannten Schwarzen Blocks unter die Demonstrierenden gemischt hätten.
Auch in Lyon und Straßburg kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Anderenorts demonstrierten Tausende junge Menschen friedlich. „Warum gibt es so viel Geld für die Verteidigung, aber nicht für die Jugend?“, fragte der 17 Jahre alte Jonas in Bordeaux. „Wir sind die Zukunft “, skandierten Demonstrationsteilnehmer in Lens, wo in der vergangenen Woche ein 15-Jähriger bei der Explosion einer Polizeigranate seine linke Hand verloren hatte.
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