Innerhalb einer Woche - Zweiter Täter nach Dreifachmord hingerichtet
Huntsville – Im US-Bundesstaat Texas ist am Mittwoch der verurteilte Dreifachmörder Ker'Sean Ramey (41) mit der Giftspritze hingerichtet worden. Ramey wurde um 18.34 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. Genau eine Woche zuvor war bereits sein Komplize LeJames Norman in derselben Gefängnisanlage in Huntsville hingerichtet worden. Beide hatten im August 2005 drei Nachbarn erschossen – darunter die 18-jährige Tiffani Peacock, die von einer Karriere als Tierärztin und einem Auftritt bei „American Idol“ geträumt hatte.
Rameys Exekution war in diesem Jahr bereits die sechste in Texas und die 28. in den USA . Bis zum Schluss hatte die Verteidigung versucht, die Hinrichtung wegen angeblich „rassistischer Voreingenommenheit“ der Jury abzuwenden. Die Geschworenen bestanden aus elf Weißen und einem Latino – obwohl zahlreiche schwarze Kandidaten zur Verfügung gestanden hatten.
Am 24. August 2005 waren Ramey und Norman in das Haus ihres Nachbarn Celso Lopez (38) in Edna (rund 160 Kilometer südwestlich von Houston) eingedrungen. Sie wollten Kokain stehlen, wurden aber nicht fündig. Norman erschoss Lopez zuerst, angeblich aus Versehen. Dann betraten die Mitbewohner von Lopez das Haus: die 18-jährige Tiffani Peacock und ihr Freund Samuel Roberts (24). Norman zwang Peacock auf die Knie und erschoss sie mit einem Kopfschuss.
Als Roberts zu fliehen versuchte, wurde er von beiden Tätern erschossen. Der nun hingerichtete Ramey schoss laut Gerichtsakten mehrfach auf alle drei Opfer, um sicherzustellen, dass sie tot waren. Lopez wurde viermal getroffen, darunter in den Hinterkopf. Peacock wurde zweimal getroffen, Roberts fünfmal in Brust, Hals und Kopf. Staatsanwalt Eli Garza nannte die Tat bei der Verurteilung im Jahr 2007 eine „Hinrichtung“.
Rameys Ex-Freundin sagte im Prozess aus, er habe ihr seine Beteiligung an den Morden im Detail beschrieben. Außerdem sei sie dabei gewesen, als er zwei Pistolen in einem See versenkte. Auch sein Komplize LeJames Norman sagte gegen Ramey aus. Aufgrund dieser Aussagen wurde Ramey schließlich verurteilt – obwohl es am Tatort keine verwertbaren DNA-Spuren gab und auch die Kugeln nicht mit den vermuteten Tatwaffen in Verbindung gebracht werden konnten.
Die Jury befand Ramey nach einer Stunde für schuldig und entschied nach 15 Minuten auf die Todesstrafe, wie u.a. USA Today berichtet. Im Vorfeld des Verfahrens hatte es Diskussionen um die Zusammensetzung der Jury gegeben, nachdem die Staatsanwaltschaft insgesamt neun schwarze Geschworene ausgeschlossen hatte. Eine der Kandidatinnen war nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen ihrer unklaren Haltung zur Todesstrafe und nicht wegen ihrer Hautfarbe ausgeschlossen worden. Die Argumente der Ramey-Verteidigung wurden dementsprechend zurückgewiesen.
Vor Beginn der Injektion dankte Ramey Berichten zufolge Gott und seinen Freunden sowie den Mitinsassen aus dem Todestrakt in Huntsville, die er als seine Brüder bezeichnete. Sie hätten ihm gezeigt „was es heißt, ein Mann zu sein“.
Haben Sie eine Meinung zu diesem Artikel? Hier können Sie uns schreiben. Haben Sie Fehler entdeckt? Dann weisen Sie uns gern darauf hin.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.