Klartext vom DFB-Kapitän - WM-Debakel war für Kimmich „das härteste Ausscheiden“
An dem bitteren deutschen Aus bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko hatte er noch lange zu knabbern. Das gesteht Nationalmannschafts -Kapitän Joshua Kimmich (31) jetzt im Interview mit RTL und Sky. Kimmich: „Für mich war es das härteste Ausscheiden. Es ist zum dritten Mal passiert, diesmal in einer anderen Rolle. Deshalb hat es mich noch stärker getroffen. Ich habe Zeit gebraucht, um es zu verarbeiten und einzuordnen.“
Das DFB-Team war überraschend schon in der ersten K.o.-Runde im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert. Nicht die erste Enttäuschung für Kimmich im Deutschland-Dress, doch der Bayern-Star will nun nur noch nach vorne schauen: „Rückblickend gehören diese drei WM-Ausscheiden zu meiner Karriere. Das kann man nicht rückgängig machen. Aber man kann dafür sorgen, dass es in Zukunft anders läuft. Darauf richte ich meine Energie und meinen Fokus. Wir werden alles dafür tun, den Menschen wieder Freude zu bereiten.“
Das soll unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gelingen. Am liebsten schon zu Beginn des DFB-Neustarts in der Nations League in Holland (Donnerstag, 20.45 Uhr). Kimmich: „Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass er extrem Bock auf die Aufgabe hat und dass es ihm sehr, sehr viel bedeutet, das für Deutschland zu tun. Er bringt sehr viel Energie, Elan und sehr viel Vorfreude mit.“ Ab sofort gehe es vor allem um Haltung, auf allen Ebenen: „Für uns wird es wichtig sein, unsere eigene DNA und unsere Identität wiederzufinden. Diese Identität zeigt sich auf dem Platz, neben dem Platz, nach außen und intern. Sie zeigt sich darin, wie wir miteinander umgehen, wie wir auf dem Platz füreinander spielen und wie wir nach innen und außen kommunizieren.“
Auch zu Klopps Aussagen in Bezug auf die politische Entwicklung in Deutschland („Ich würde mir oder uns gerne die Fahne zurückholen, wenn ich ganz ehrlich bin“) äußert sich Kimmich: „Für uns ist es schwierig, für politische Dinge zu stehen. Trotzdem bietet Fußball eine große Chance, gesellschaftlich etwas zu bewegen. Gerade eine Kabine oder ein Team kann ein großes Vorbild für unsere Gesellschaft sein. Viele Individuen kommen zusammen und versuchen, sich für ein großes Ganzes zu begeistern. Dass jeder für den anderen da ist, ist wichtig. Auch der Charakter jedes Einzelnen als Mensch spielt eine Rolle. Aber wir wollen das auch für die Menschen zu Hause tun, sie wieder stolz machen und ihnen etwas geben, bei dem sie sagen: ’Unsere Deutsche Nationalmannschaft – das macht Spaß, ihre Spiele zu schauen.’“
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