Montag, 12. Oktober 2026 QuellenÜber uns🌓
🇩🇪 DE ▾
EILMELDUNG
Deutschland

Betroffene berichten - Kündigung: So brutal ist die Jobkrise

Bild ·
Betroffene berichten - Kündigung: So brutal ist die Jobkrise

Ein Dienstagmorgen, kurz vor 9:45 Uhr. Nadine Wagenaar (35) saß zu Hause vor ihrem Laptop. Eigentlich erwartete sie nur einen kurzen Check-in mit ihrer Vorgesetzten. Dann sah sie die Profilbilder im Video-Meeting: erst ihren Chef, der eigentlich in Elternzeit war. Dann eine Mitarbeiterin aus der Personalabteilung. In Nadines Kopf raste es. Hatte sie etwas falsch gemacht? Sekunden später wusste sie: „Du wirst jetzt gekündigt.“

Drei Minuten später war ihr Job weg. Nadine spürte, wie sie rot wurde. Auf dem Bildschirm: ernste Gesichter, die Vorgesetzten stummgeschaltet, kein Räuspern, kein Atemzug. Nadine hörte den Standardtext der Personalerin. „Ich war zweieinhalb Jahre beschäftigt, wir wussten viel voneinander, wir haben viel miteinander gelacht. Und dann wird man am Ende mit so einem unpersönlichen Drei-Minuten-Gespräch abgefertigt.“ Dann klappte sie den Laptop zu. „Scheiße, du bist jetzt arbeitslos, wie peinlich!“, beschreibt sie ihren ersten Gedanken. Sie war allein in ihrer Berliner Wohnung, geschockt, aufgelöst und tieftraurig. Sie fing an zu weinen.

Nadine ist kein Einzelfall. Auch Christian G. aus Wiesbaden kämpft nach dem Verlust seines Jobs darum, wieder Arbeit zu finden. Seinen vollen Namen will der 47-Jährige nicht in der Zeitung lesen. So geht es vielen Arbeitslosen, mit denen BILD für diese Geschichte gesprochen hat. Zu groß sind Scham und Angst. Was denken Freunde und Kollegen? Was, wenn ein neuer Arbeitgeber davon erfährt? „Den Job zu verlieren, das ist so, als hätte man im Leben versagt“, sagt Christian. Der Schock traf ihn direkt nach dem Urlaub.

Am 10. August 2026 kam Christian gut gelaunt aus dem Urlaub zurück. Kaum im Büro, bestellte ihn sein Chef zum Gespräch. Eine Mitarbeiterin aus der Personalabteilung saß schon da. „Sie sagte, es sei ernst. Es gehe um mein Arbeitsverhältnis.“ Christian holte den Betriebsrat dazu. Drei Minuten später war alles vorbei: Sein Team wurde aufgelöst, auch er musste gehen. Die Kündigung sollte wenige Tage später per Einschreiben kommen. Doch zuerst musste Christian es seiner Frau sagen. Er griff zum Handy, rief sie an und sagte: „Schatz, ich bin gekündigt.“

Auch Ludwig S. (56) und Petra S. (52) geraten unter Druck. Anfang 2025 mussten sie wegen Eigenbedarfs aus ihrer Wohnung, steckten ihre Rücklagen in eine Immobilie und nahmen einen Kredit auf. Drei Monate später verlor Ludwig S. seine leitende Stelle im Kundenservice. Von einer Verlagerung seines Teams nach Polen hatte er gehört, damit aber später gerechnet. Nun frisst die Kreditrate fast das gesamte Gehalt seiner Frau. „Mit dem Arbeitslosengeld kommt man nicht weit.“ Dazu die Sorge: „Ich weiß nicht, ob ich in meinem Alter überhaupt noch einen Job finde.“

Fast 1,6 Millionen Menschen sind seit Jahresbeginn direkt aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos geworden. Die Bundesagentur spricht von „historisch schlechten“ Chancen auf einen neuen Job. Auf 100 offene Stellen kamen zuletzt 264 Arbeitslose . Im August waren bundesweit mehr als drei Millionen arbeitslos gemeldet.

Wer unter 50 ist und zuvor mindestens 24 Monate Beiträge gezahlt hat, erhält ALG I höchstens zwölf Monate.

Vollständigen Artikel bei Bild lesen ›

5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.

Mehr von Bild

Alle ansehen ›

Mehr in Deutschland

Alle ansehen ›