Razzia wegen Betrugs - Pflegedienst hatte Lamborghinis als Firmenwagen
Düsseldorf (NRW) – Zwei Lamborghini, ein Mercedes-AMG und ein Maybach. Alle Luxusautos sollen nach BILD-Informationen auf einen Düsseldorfer Pflegedienst zugelassen sein. Jetzt wurden sie bei einer Großrazzia von der Polizei sichergestellt. Denn gegen das Unternehmen wird wegen Abrechnungsbetrugs im Gesundheitswesen ermittelt. Es sollen elf Millionen Euro unrechtmäßig bei den Krankenkassen abgerechnet worden sein.
Seit Dezember 2025 ermittelt die Polizei im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wuppertal aufgrund anonymer Anzeigen gegen den Pflegedienst. Am Donnerstag rückten dann mehr als 200 Beamte aus, durchsuchten Objekte in Düsseldorf , Dortmund, Wuppertal, Hagen, Oberhausen, Gelsenkirchen, Bottrop, Lüdinghausen, Duisburg, Mettmann, Monheim, Hürth und Kelsterbach (Hessen).
Im Zentrum der Ermittlungen stehen die Chefin (39, Türkin) und ihr Ehemann (44, Deutscher) sowie elf weitere Beschuldigte (20 bis 54). Das Ehepaar lebt in Mettmann. Dort fand die Polizei bei der Durchsuchung auch eine scharfe Waffe samt Munition, Marihuana und Anabolika. Die Frau kam bereits am Donnerstag in U-Haft, ihr Mann wurde am Freitag dem Haftrichter vorgeführt.
Die Millionen soll der Pflegedienst durch Abrechnungsbetrug erlangt haben. Dabei sollen Intensivpatienten ambulant durch unqualifiziertes Personal versorgt worden sein, aber die Leistungen in voller Höhe bei den Krankenkassen abgerechnet worden sein. Offenbar auch mit fatalen Folgen für die Patienten.
So fanden die Ermittler bei der Razzia in Düsseldorf einen pflegebedürftigen Jungen, welcher in einem so schlechten Zustand war, dass er sofort ins Krankenhaus kam. Der Zustand sei sehr kritisch. Kinderschutzbund und Jugendamt wurden eingeschaltet.
Insgesamt wurden bei der Razzia Vermögenswerte in Höhe von 5,9 Millionen Euro arrestiert. Neben den Luxuswagen, noch Bargeld in Höhe von etwa 51.000 Euro, Gold (10.000 Euro), Schmuck (265.000 Euro), Taschen (16.000 Euro) und Uhren im Wert von rund 140.000 Euro. Zudem wurde der Zugriff auf Immobilien (3,3 Millionen Euro) durch Grundbucheintragungen beschränkt. Des Weiteren soll noch umfangreiches Beweismaterial und ein Arztstempel, der offenbar zur Fälschung von Verordnungen genutzt worden sein könnte, gefunden.
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