Naturphänomen mit Rätseln: Was hat es mit den kilometergroßen Ringen am Baikalsee auf sich?
Auf der zugefrorenen Fläche des Baikalsees erscheinen im Winter immer wieder gewaltige Ringe.
Ihr Ursprung liegt verborgen in der Tiefe – und birgt Gefahren.
In den Wintermonaten scheint das Leben im Baikalsee beinahe stillzustehen. Über Monate liegt eine geschlossene Eisdecke auf dem sibirischen See, stellenweise mehr als einen Meter dick.
Doch aus großer Höhe zeigt sich, dass unter der erstarrten Oberfläche etwas vor sich geht: Auf Satellitenaufnahmen erscheinen immer wieder gewaltige, dunkle Ringe im Eis – kreisrund, mit mehreren Kilometern Durchmesser.
Wer auf dem zugefrorenen Baikalsee steht, oder an seinen Ufern, kann ihre Form kaum erkennen.
Denn typischerweise messen die Ringe fünf bis sieben Kilometer im Durchmesser, ihr dunkles Band allein kann rund einen Kilometer breit sein, wie ein internationales Forschungsteam vor einigen Jahren im Fachjournal „ Limnology and Oceanography “ beschrieb.
Lange war unklar, was diese eigentümlichen Strukturen hervorruft.
Inzwischen weiß man: Die Ursache liegt nicht im Eis selbst.
Die Ringe sind vielmehr die sichtbare Spur gewaltiger Wasserwirbel, die darunter kreisen.
Kreise am Baikalsee sind älter als ihre Entdeckung Dass die Ringe überhaupt näher untersucht werden konnten, ist vor allem der Satellitenbeobachtung zu verdanken.
Forschende um den Geophysiker Alexei Kouraev werteten Satellitenbilder und Fotografien aus mehreren Jahrzehnten aus.
Dabei fanden sie allein auf dem Baikalsee 45 Eisringe aus den Jahren 1974 bis 2014.
Auch auf dem rund 250 Kilometer entfernten Hovsgol-See in der Mongolei fanden sich vier weitere Ringe.
Spätere Untersuchungen verschoben die Geschichte der Ringe noch weiter zurück.
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