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Es geht auch um seine Familie - Mainz-Rüpel Kohr spricht über Hass-Nachrichten

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Es geht auch um seine Familie - Mainz-Rüpel Kohr spricht über Hass-Nachrichten

Mainz – Seit April 2012 spielt Dominik Kohr (32) in der Bundesliga. Damals feierte er im Trikot von Bayer Leverkusen sein Debüt, inzwischen kommt er auf 335 Bundesliga-Einsätze. Seit 2021 trägt er das Trikot von Mainz 05 . Dabei hat sich Kohr über die Jahre nicht nur als zweikampfstarker Sechser und Verteidiger einen Namen gemacht. Er gilt auch als einer der härtesten Spieler der Liga. Vergangene Saison stellte er einen unrühmlichen Bundesliga-Rekord auf: Neun Platzverweise – dreimal glatt Rot und sechsmal Gelb-Rot. Dazu kommen 108 Gelbe Karten. Nur Stefan Effenberg (114) hat in der Bundesliga-Geschichte mehr gesehen.

Kohr weiß deshalb, dass er polarisiert. Im neuen Podcast „Jenseits des Erfolges“ von Marco Heisel spricht er nun ausführlich darüber, wie er mit dem Hass umgeht, der ihm teilweise entgegenschlägt. Kohr macht seine Social-Media-Kanäle nach wie vor selbst – und bekommt dadurch die Reaktionen unmittelbar mit: „Ich mache mein Instagram weiterhin selbst. Na klar sieht man dann die Kommentare unter den Bildern und was für Nachrichtenanfragen geschickt werden. Das ist natürlich alles nicht sehr schön. Das wünscht sich keiner.“

Trotzdem versucht der Mainzer, sich davon nicht auffressen zu lassen. Er weiß nämlich auch, dass er auf dem Platz nicht immer alles richtig gemacht hat: „Ich weiß selbst, dass ich bei der ein oder anderen Situation schon mal einen Fehler gemacht habe. Im Fußball muss man aber immer innerhalb von Sekunden eine Entscheidung treffen und es hätte ja auch anders enden können und ich hätte den Ball treffen können.“

Die vielen Reaktionen haben ihn trotzdem verändert. Kohr hat gelernt, sich emotional abzugrenzen: „Du kannst es heutzutage niemandem recht machen. Ich habe mir mittlerweile eine Schutzhülle um mich herum gebaut. Sonst hast du in diesem Geschäft auch nichts verloren und gehst daran kaputt.“ Teilweise geht Kohr sogar direkt auf die Verfasser der Hass-Nachrichten zu. Und erlebt danach erstaunliche Wendungen: „Ich habe auch schon öfter mal die Nachrichten veröffentlicht, sodass die Leute auch mal sehen, was man ertragen muss. Ich schreibe ihnen aber auch gerne mal zurück und dann entschuldigen sie sich auch häufig am nächsten Tag nach dem Motto: „Es war nicht so gemeint, es waren die Emotionen und ich habe auch ein bisschen was getrunken.“

Für Kohr ist damit allerdings nichts erledigt: „Das bringt mir dann im Nachhinein dann auch nichts.“ Nicht nur die Fans bekommen von Kohr ihr Fett weg. Auch mit Teilen der Presse geht der Mainzer hart ins Gericht: „Es gibt auch in den Medien den ein oder anderen Typen, die bei mir nur auf falsche Entscheidungen warten und mich dann ausbeuten wollen. Es bringt denen ja auch nichts, wenn sie nur schöne Nachrichten veröffentlichen können. Ich bin da, glaube ich, auch ein gefundenes Fressen für sie.“

Kohrs’ Konsequenz: Er schaut sich vieles gar nicht mehr an. „Zeitungen und Medien insgesamt muss ich mir nicht mehr anschauen. Da kam in den letzten zwei Jahren nichts Positives mehr. Es ist manchmal nicht so leicht, aber ich kann das trennen“, erklärt der Mainzer.

Eine Grenze zieht Kohr allerdings ganz klar.

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