Sechs Faktoren treiben das Brustkrebsrisiko in die Höhe
Brustkrebs ist bei Frauen der häufigste Krebs . Wer erkrankt, verliert kostbare gesunde Lebensjahre. Fast jede fünfte Patientin verstirbt an Brustkrebs. Forscher der Universität Washington in Seattle haben nun berechnet, welche Faktoren besonders häufig mit der Erkrankung und einem frühzeitigen Tod in Verbindung stehen.
Mehr als ein Viertel der an Brustkrebs verlorenen Lebensjahre seien auf diese Risikofaktoren zurückzuführen. Die gute Nachricht: Frauen können Einfluss auf diese sechs Faktoren nehmen. Viele Todesfälle durch Brustkrebs seien demnach vermeidbar. Allerdings gibt es auch genetische und andere nicht beeinflussbare Ursachen für die Krebsart .
Zwischen 1990 und 2023 habe sich die Krankheitslast durch die Risikofaktoren Alkohol und Tabak deutlich verringert – nämlich um 47 beziehungsweise 28 Prozent, berichten die Studienautoren. Bei den anderen Faktoren gebe es bislang allerdings keine solche positive Entwicklung.
Die Studie erschien am 3. März 2026 im Fachjournal „The Lancet Oncology“.
Die Forscher schätzen: Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen weltweit auf 3,5 Millionen Brustkrebspatientinnen steigen – eine Zunahme um ein Drittel. Die Zahl der Todesfälle werde ebenfalls steigen, auf fast 1,4 Millionen pro Jahr.
„Während Menschen in reicheren Ländern in der Regel von Vorsorgeuntersuchungen, einer frühzeitigen Diagnose und umfassenden Behandlungsstrategien profitieren, verlagert sich die zunehmende Belastung durch Brustkrebs in ärmere und Schwellenländer“, erklärt Erstautorin Kayleigh Bhangdia von der Universität Washington.
„Dort wird die Krankheit oft erst in einem späteren Stadium diagnostiziert, und die Betroffenen haben nur eingeschränkten Zugang zu guter Versorgung und sterben häufiger an der Krankheit.“
Die Studie liefert auch Daten für Deutschland: Demnach ist die um Alterseffekte bereinigte Inzidenz – also die Zahl der Brustkrebsfälle pro 100.000 Frauen – zwischen 1990 und 2023 um knapp 22 Prozent auf rund 100 gestiegen. Die ebenfalls altersbereinigte Sterblichkeitsrate ist im gleichen Zeitraum in Deutschland hingegen um rund 23 Prozent auf etwa 22 gesunken.
Dem Robert Koch-Institut zufolge gibt es pro Jahr in Deutschland etwa 75.000 Neuerkrankungen. Etwa eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens, etwa 18.500 Frauen jährlich sterben daran. Damit ist auch hierzulande Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen.
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