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Mit Kotztüte am Eingang - So war mein Besuch in Deutschlands ekligstem Museum

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Mit Kotztüte am Eingang - So war mein Besuch in Deutschlands ekligstem Museum

Mitten im Herzen der Hauptstadt, unweit des Checkpoint Charlie, zeigt das Disgusting Food Museum ungewöhnliche Speisen und Getränke aus aller Welt. Viele Exponate wirken auf den ersten Blick abschreckend – Tatsächlich geht es hier aber weniger um Ekel als um kulturelle Perspektiven und Aufklärung. TRAVELBOOK -Autor Robin Hartmann (gehört ebenfalls zu Axel Springer) hat das Museum besucht und zahlreiche der ungewöhnlichen Spezialitäten selbst getestet.

Ich stehe an einem Dienstagmittag nahe dem Checkpoint Charlie vor den Türen von Berlins wohl ungewöhnlichstem Museum. Das Disgusting Food Museum verspricht Exponate „jenseits der Grenzen des guten Geschmacks“ und warnt sogar vor möglichem Unwohlsein. Also hinein in die Ausstellung, die seit 2021 Speisen und Getränke aus aller Welt zeigt, die viele Menschen auf den ersten Blick als ekelhaft empfinden.

Museumsleiterin Alexandra Bernsteiner macht gleich klar: Hier geht es nicht um billige Schockeffekte. Vielmehr soll vermittelt werden, dass Lebensmittel, die in Deutschland befremdlich wirken, anderswo ganz normal zum Alltag gehören. Der eigentliche Bildungsauftrag: Vorurteile gegenüber fremden Esskulturen hinterfragen.

Schon am Eingang bekomme ich eine Kotztüte in die Hand gedrückt. Seit der Eröffnung mussten sich laut Museum 118 Besucher übergeben. Ein mulmiges Gefühl schwingt also mit, als ich die ersten Vitrinen betrachte. Zu sehen gibt es unter anderem Kiviak aus Grönland: eine Robbe, die mit hunderten Vögeln gefüllt und anschließend fermentiert wird.

Daneben stehen milbenveredelter Käse, vergorene Stutenmilch und die berüchtigte Durian-Frucht aus Asien. Viele Exponate lassen sich sogar riechen. Doch weder die sogenannte Stinkfrucht noch der „Altar der Stinkekäse“ können mich wirklich schocken. Statt Ekel verspüre ich vor allem Neugier.

Richtig spannend wird es an der Tasting Bar. Dort probiere ich mich durch frittierte Insekten, fermentierten Tofu und verschiedene Käsesorten. Die meisten Produkte schmecken deutlich harmloser als ihr Ruf vermuten lässt. Heuschrecken und Käfer wirken beinahe unspektakulär.

Für Staunen sorgen dagegen Exponate wie Kuh-Urin in PET-Flaschen, der chinesische Drei-Penis-Wein oder die sogenannten „Virgin Boy Eggs“, die in Urin männlicher Kinder gekocht werden. Verkostet werden diese jedoch nicht.

Neben den Lebensmitteln zeigen Videoinstallationen die Realität der Massentierhaltung. Gerade diese Bilder lösen laut Museum bei manchen Besuchern stärkere Reaktionen aus als die Speisen selbst. Nach meinem Rundgang bleibt vor allem die Erkenntnis: Was als ekelhaft gilt, hängt oft stark von Kultur und Gewohnheit ab.

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