Chemie aus Holz: Neue Bioraffinerie in Leuna macht Holz zu Chemierohstoffen
Holz statt Erdöl: In Leuna ist eine neuartige Bioraffinerie entstanden.
Ihre Produkte sollen unter anderem in Kleidung, Kosmetik, Baustoffen und Reifen stecken.
Aus Buchenholz sollen in Leuna künftig Rohstoffe für Kleidung, Kosmetik, Baustoffe oder Autoreifen entstehen.
Der finnische Konzern UPM hat seine neue Bioraffinerie im Chemiepark offiziell eingeweiht.
Wie das Unternehmen mitteilte, handelt es sich mit einer Jahreskapazität von 220.000 Tonnen um die weltweit größte Anlage ihrer Art. „Am Ende ist unser Ziel, dass Sie nicht die Einzigen sein werden, die das machen, aber die, die Vorreiter sind und erfolgreich damit sein können“, sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) bei der Einweihung an die UPM-Verantwortlichen gerichtet.
Dafür sei auch in den kommenden Jahren politische Unterstützung aus Berlin und Brüssel notwendig.
In der Raffinerie wird vor allem Buchenholz aus Durchforstungen sowie Restholz aus Sägewerken verarbeitet.
Das Holz soll aus einem Umkreis von rund 200 Kilometern stammen und nach Angaben des Unternehmens nicht für höherwertige Anwendungen wie Möbel oder den Hausbau geeignet sein.
Ersatz für fossile Rohstoffe Das Holz wird in mehreren Schritten aufgespalten und zu verschiedenen Chemierohstoffen weiterverarbeitet.
Dabei entstehen unter anderem flüssige Zuckerlösungen und der Holzbestandteil Lignin.
Die daraus gewonnenen Stoffe können bislang verwendete fossile Rohstoffe ersetzen und sollen etwa bei der Herstellung von Textilien, Verpackungen, Kosmetik , Baustoffen und Reifen eingesetzt werden.
UPM sieht in der Anlage einen wichtigen Schritt, um erneuerbare Rohstoffe im industriellen Maßstab für die Chemieindustrie nutzbar zu machen.
Die Abhängigkeit von importierten fossilen Rohstoffen könne dadurch verringert werden.
Investition von 1,37 Milliarden Euro Nach Angaben von UPM wurden insgesamt 1,37 Milliarden Euro in die Bioraffinerie investiert.
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