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Pisa-Studie: Wenn Mathe nur noch Horror ist

Frankfurter Allgemeine Zeitung ·
Pisa-Studie: Wenn Mathe nur noch Horror ist

Meine Tochter war in ihrer Schulzeit so etwas wie die Erika Mustermann im Fach Mathematik: normal begabt, durchschnittlich motiviert. Im vergangenen Jahr hat sie ihr Abitur gemacht. Müsste man die 13 Jahre Matheunterricht in einem Säulendiagramm darstellen, gäbe es erhebliche Ausschläge – nach oben und nach unten.

Die Zahlen der jüngsten PISA-Studie , die in dieser Woche veröffentlicht wurden, sind eindeutig. Deutsche Schüler im Alter von 15 Jahren erzielen in Naturwissenschaften, im Lesen und in Mathematik so niedrige Ergebnisse wie noch nie seit Beginn der PISA-Studien im Jahr 2000. Rund ein Drittel der Jugendlichen verfügt demnach in Mathematik über keine ausreichenden Basiskompetenzen. Konkret erreichten sie als Mittelwert 464 Punkte. Zum Vergleich: Schüler in Japan kamen auf einen Mittelwert von 525 Punkten.

In der vergangenen Woche wurde viel darüber spekuliert, was die Ursachen für die schlechten Ergebnisse der deutschen Schüler sein könnten. Ist es die Art des Unterrichts? Kommen Kinder mit Sprachproblemen nicht mehr mit? Herrscht zu wenig Disziplin bei den Schülern? Sind es die Handys? Die Eltern? Die Lehrer?

Es ist nicht so, dass ich im Fach Mathematik besonders hohe Erwartungen an meine Kinder hatte. Vielleicht habe ich auch den Fehler gemacht, nie enthusiastisch über Brüche und Funktionen geredet zu haben. Eher so: „Puh ja, Mathe, das war auch nie mein Fach.“ Später las ich mal, dass man solche Aussagen vermeiden sollte, weil das die Kinder von vornherein demotiviere. Ich selbst kam in Mathematik in der Schule einigermaßen durch, indem ich vor Arbeiten die Rechenwege auswendig lernte. Durchdrungen habe ich das Fach nicht. Trotzdem war ich nie auf Nachhilfe angewiesen. Das lag vermutlich daran, dass ich zu einer Zeit groß geworden bin, in der das System Schule noch einigermaßen funktionierte. Schaue ich mir die Mathe-Karriere meiner Tochter an, sieht es schon anders aus.

In der Grundschule kam sie noch gut mit, ihre Noten schwankten zwischen Eins und Zwei. Die Basis war also gelegt. Im Gymnasium wurde es naturgemäß schwieriger, irgendwann kam die Pubertät dazu. Mathematik wurde nie zu ihrem Lieblingsfach, die Versetzung war aber auch nie gefährdet. Dennoch war es nicht ganz unerheblich, ob sie lineare Funktionen und binomische Formeln verstand, denn in Hessen ist Mathematik wie in vier anderen Bundesländern auch Teil des Abiturs. Für nicht wenige Schüler ein Horrorszenario. Manche wählen deshalb das Fach als mündliche Prüfung – in der Hoffnung, dass der Lehrer wenigstens einen Gnadenpunkt vergibt. Aber auch bei der schriftlichen Prüfung zittern einige.

In diesem Abijahrgang gab es an einer Frankfurter Schule 16 Kinder, die in der Abiturprüfung in Mathematik null Punkte hatten und auf die Nachprüfung hoffen mussten. Die Frage ist: Zu welchem Zeitpunkt hat man diese Schüler verloren, ohne es zu merken?

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.faz.net — der Inhalt gehört Frankfurter Allgemeine Zeitung.

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