Künstliche Atmosphären: Welche Atemluft ist die richtige fürs Weltall?
Im Februar 1985 kreiste die sowjetische Raumstation Salyut 7 um die Erde – ohne Besatzung und ohne Kontakt zur Bodenstation.
Diesen hatte sie kurz zuvor verloren, nachdem eine Kette von elektrischen Störungen das Funkmodul deaktiviert hatte.
Von der Erde aus ließ sie sich nicht mehr ansteuern; ihr Schicksal schien besiegelt.
Doch dann startete die Sowjetunion eine Rettungsaktion, die als eine der größten Leistungen in der Raumfahrt gilt: Im Juni 1985 gelang es Vladimir Dzhanibekov und Viktor Savinykh, ihre Sojus-Kapsel manuell an die Station anzudocken, obwohl diese langsam und unkontrolliert rotierte.
Die ersten Eindrücke beruhigten die Kosmonauten.
In der Station war Luft, man konnte atmen.
Doch beim Öffnen der Luke fanden Dzhanibekov und Savinykh einen Raum vor, in dem es kalt, dunkel und still war.
Die Luft war feucht und frostig, die Wände vereist, die Wasservorräte gefroren und die Lebenserhaltungssysteme, die die Luft filtern und aufbereiten, waren ausgefallen.
Ein Wettlauf gegen die Zeit begann.
Das von den Kosmonauten ausgeatmete Kohlendioxid reicherte sich rasch an und drohte die Luft zu vergiften.
Während sie durch Sauerstoffmasken atmeten, gelang es ihnen innerhalb weniger Tage, die Station wieder bewohnbar zu machen.
Der Vorfall zeigt, wie schwierig es ist, in einem abgeschlossenen, isolierten Raum inmitten des Vakuums des Weltraums eine Umgebung zu schaffen und zu erhalten, in der Menschen überleben können.
Zwei Herausforderungen gilt es dabei permanent zu stemmen: Einerseits müssen die Zusammensetzung der Gase und der Luftdruck lückenlos kontrolliert werden, und andererseits gilt es, Schad- und Giftstoffe fortwährend aus der Luft herauszufiltern .
Andernfalls gerät das Leben der Astronauten in Gefahr.
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