Kenneth Rogoff: »Wir sehen Anzeichen einer gewissen Panik in der Trump-Regierung«
Kenneth Rogoff ist einer der weltweit bekanntesten Ökonomen und gilt als Experte für Staatsschulden und Finanzkrisen. Er ist seit 1999 Professor an der Harvard University. Anfang der 2000er-Jahre war er Chefökonom des Internationalen Währungsfonds.
DIE ZEIT: Herr Rogoff, Anleger verlangen plötzlich deutlich höhere Zinsen, wenn sie den USA Geld leihen. Wie alarmierend ist diese Entwicklung?
Kenneth Rogoff: Man muss verstehen, was dahintersteckt. Lange Zeit waren die realen Zinsen, also die um die Inflationserwartungen bereinigten Zinssätze, extrem niedrig. Und viele politische Entscheidungsträger und Ökonomen an der Wall Street, in den Zentralbanken und in der Wissenschaft waren absolut überzeugt, dass die Zinssätze für immer extrem niedrig bleiben würden und daher kein Grund zur Sorge bestünde. Dabei war es immer unvermeidlich, dass sie steigen würden. Und vor allem das ist jetzt passiert. Die Realzinsen haben sich weitgehend wieder normalisiert.
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