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Deutschland

Vorbild Österreich - Kinder-Kopftuchverbot an unseren Schulen?

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Vorbild Österreich - Kinder-Kopftuchverbot an unseren Schulen?

Berlin – Vorbild Österreich? Seit gut einer Woche dürfen im Nachbarland Schülerinnen unter 14 Jahren im Unterricht kein Kopftuch mehr tragen. Stellen sich Eltern quer, drohen bis zu 800 Euro Strafe. Als erster deutscher Bildungs-Politiker hält auch Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (43, CDU) die Regelung in hiesigen Grundschulen für geboten.

Unionspolitiker Clemens zu BILD: „Die Entscheidung, ein Kopftuch aus religiösen Gründen zu tragen, sollte immer freiwillig von selbstbestimmten Frauen getroffen werden können. Das ist bei Kindern aller Erfahrung nach nicht gegeben.“

Auch Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg ( 51, CDU) sieht Handlungsbedarf: „Für mich ist klar, dass wir insbesondere bei jungen Mädchen in der Grundschule genauer hinschauen müssen. Kinder sollten die Freiheit haben, sich zu entwickeln, ohne bereits in jungen Jahren auf eine bestimmte religiöse oder geschlechtsspezifische Rolle festgelegt zu werden.“ Ihre Forderung: „Deshalb müssen wir uns mit der Frage auseinandersetzen, ob und bis zu welchem Alter das Tragen eines Kopftuchs mit diesem Schutzanspruch vereinbar ist.“

In Berlin wurden jetzt sogar krasse Fälle von Gesichtsverhüllungen bekannt. In einer achten und neunten Klasse trugen Schülerinnen einen Niqab. D ieser Gesichtsschleier lässt nur einen schmalen Augenschlitz frei. Eine Achtklässlerin im Bezirk Spandau kam sogar ganz verhüllt, heißt es in der Senats-Antwort auf eine parlamentarische AfD‑Anfrage, die der BILD vorliegt. Erst nach Krisengesprächen der Schulleitungen mit den Eltern durften die Schülerinnen den Schleier ablegen. Typische Kopftücher, die nach islamischer Tradition getragen werden, sind aber in den Hauptstadt-Schulen und anderen Bundesländern erlaubt – das fällt unter Religionsfreiheit. Nur vor dem Sport müssen die Nadeln rausgezogen werden. Zurückhaltung bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (59, CSU): „Wir warten jetzt erst mal ab, was das österreichische Verfassungsgericht dazu sagt.“

Auch Praktiker würden das Kinder-Kopftuchverbot gerne importieren. Karina Jehniche (61) vom Interessenverband Berliner Schulleitungen (IBS) : „Ich würde mir wünschen, dass das Kopftuch erst eine Rolle spielt, wenn Mädchen wirklich wissen, was das eigentlich bedeutet – und sich nicht nur an dem orientieren, was Familien vorgeben. Also ab der siebten Klasse.“ Als Grundschulen zählen in der Hauptstadt Schulen, die Kinder von der 1. bis zur 6. Klasse unterrichten. Fakt ist aus Sicht der Schulleiterin: Immer mehr Mädchen tragen Kopftuch und sie sind immer jünger, vereinzelt sogar Viertklässlerinnen. Jehniche registriert auch, dass immer mehr Mütter Kopftuch tragen. „Je jünger die Mädchen sind, desto eher übernehmen sie ja Vorbilder. Ich habe auch erlebt, dass Sechstklässler mir sagen, es käme für sie später ausschließlich eine Frau mit Kopftuch infrage“, so die Mathelehrerin. „Sie sind offensichtlich von den Eltern so erzogen worden, so zu urteilen. Das muss uns zu denken geben.“

In Österreich haben einige Kinder das neue Verbot in der ersten Woche ausgetrickst: Sie trugen Kapuzenpullis und Mützen.

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