Ihm drohen 14,5 Jahre Haft - Scheich-Sohn am Flughafen München festgenommen
München – Die Polizei hat am Flughafen München einen Spross der Herrscherfamilie von Katar festgenommen. Rakan Al Thani, Sohn von Scheich Abdullah bin Hamad Al Thani, soll versucht haben, einen Flug nach Doha (Katar) zu besteigen. Dazu kam es nicht mehr. Hintergrund der Festnahme sind Vorwürfe rund um den spanischen Fußballklub Málaga CF. Ihm drohen mehr als 14 Jahre Gefängnis.
Gegen Rakan Al Thani lag ein europäischer Haftbefehl vor. Nach seiner Festnahme am Flughafen München kam er in eine bayerische Justizvollzugsanstalt. Dem Scheich-Sohn wird Veruntreuung von Vereinsgeldern in Millionenhöhe vorgeworfen. Rakan Al Thani gehörte dem Verwaltungsrat des Málaga CF an. Laut WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) wirft ihm der Haftbefehl unrechtmäßige Aneignung, Untreue, Dokumentenfälschung und Betrug vor.
Angeklagt sind neben Rakan auch sein Vater, seine Brüder Nasser und Nayef sowie fünf ehemalige Mitarbeiter des Vereins. Für die Mitglieder der Familie fordert die Staatsanwaltschaft jeweils 14 Jahre und sechs Monate Gefängnis. Laut spanischen Medien soll ihnen zudem für 18 Jahre verboten werden, Unternehmen zu leiten.
Bereits im Oktober 2022 waren die Al Thanis nicht zu einer gerichtlichen Vernehmung in Málaga erschienen. Dort sollten sie sich zu den Vorwürfen äußern. Nach Angaben des Gerichts hatten sie in Spanien zudem weder einen Anwalt noch einen Prozessbevollmächtigten benannt und nicht auf E-Mails reagiert.
Die zuständige Richterin María Ángeles Ruiz González sah wegen der Schwere der Vorwürfe und der möglichen Strafen die Gefahr, dass die Familie fliehen. Im Juli wurden deshalb Haftbefehle gegen sie erlassen.
Die Jahre unter Al Thani hatten auch sportlich dramatische Folgen für Málaga. Nachdem der Scheich seine Zahlungen eingestellt hatte, folgte ein Ausverkauf von Spielern und Talenten. Der Klub stürzte schließlich bis in die dritte Liga ab. 2020 entzog ein spanisches Gericht Al Thani die Kontrolle über den Verein.
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