Schmerzen und negative Gefühle: Mehrheit der Jugendlichen befürwortet Social-Media-Verbot
Jugendliche verbringen viel Zeit mit Youtube, Snapchat, Instagram und Co. Dass das nicht immer gut ist, wissen viele von ihnen selbst. Sie fordern deshalb mehr Unterstützung - und auch ein Verbot kommt für mehr als die Hälfte infrage.
Mehr als die Hälfte der Jugendlichen befürwortet ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. In einer repräsentativen Umfrage unter 12- bis 17-Jährigen geben 8 Prozent an, dass soziale Medien generell für Heranwachsende verboten werden sollten. Weitere 47 Prozent sprechen sich für ein Verbot bis zu einem bestimmten Alter aus, welches sie frei wählen durften. Im Durchschnitt entscheiden sich die Betroffenen für eine Altersgrenze von 14 Jahren. Lediglich 39 Prozent sagen, dass Social Media nicht verboten werden sollte. Die übrigen 6 Prozent antworten mit "Weiß nicht". Mädchen plädieren öfter als Jungen (60 vs. 52 Prozent) für ein Verbot. Bei den Altersgruppen waren vor allem 16- und 17-Jährige dafür (68 Prozent). Insgesamt wurden 1400 Jugendlich befragt.
"Social Media hat für Jugendliche viele positive Aspekte: Austausch mit Freundinnen und Freunden, Inspiration und Zugang zu wichtigen Informationen", sagt Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, die die Studie in Auftrag gegeben hat. "Gleichzeitig sind sie sich aber auch der Schattenseiten bewusst, wie Fake News, Cybermobbing und anderen Inhalten, die mental belasten. Hier müssen wir als Gesellschaft Lösungen finden, Gesundheit und Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu schützen."
Der Krankenkassen-Chef berichtet von "negativen Auswirkungen auf das mentale Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen" bei intensiver Nutzung der Apps und Plattformen. Zu den Folgen exzessiver Nutzungsdauer (über vier Stunden am Tag) gehören laut der TK-Studie schlechte Laune (49 Prozent der Befragten), ein Gefühl von Unsicherheit und Zweifel (41 Prozent) sowie Unzufriedenheit mit sich selbst (40 Prozent). 38 Prozent der Jugendlichen geben zudem an, unter Schlafproblemen zu leiden. Von Kopfschmerzen oder Migräne sprechen 37 Prozent der Teenager, während ein knappes Drittel (30 Prozent) von Muskelverspannungen und Rückenschmerzen berichtet. 22 Prozent geben zudem an, unter gereizten Augen zu leiden.
Je kürzer die Teenager in sozialen Netzwerken sind, desto seltener werden diese negativen Gefühle und körperlichen Beschwerden festgestellt. Nur ein Fünftel (20 Prozent) der Jugendlichen, die weniger als eine Stunde pro Tag in sozialen Netzwerken aktiv sind, berichten etwa von Unsicherheit und Zweifel. Probleme beim Schlafen werden nur von 11 Prozent der sporadischen Social-Media-Nutzer gemeldet. Das sind weniger als ein Drittel Betroffene im Vergleich zu denen, die vier Stunden oder länger im Netz surfen.
Die Jugend nutzt soziale Netzwerke überwiegend in einem moderaten Rahmen: 11 Prozent verbringen maximal eine Stunde auf den Plattformen, 27 Prozent eine bis zwei Stunden. 26 Prozent der Befragten sind zwei bis drei Stunden aktiv. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) verbringen drei bis vier Stunden und 17 Prozent vier oder mehr Stunden pro Tag auf Social Media.
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