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Studie zeigt - Veränderungen im Auge deuten auf Vorhofflimmern hin

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Studie zeigt - Veränderungen im Auge deuten auf Vorhofflimmern hin

Wer beim Augenarzt eine Aufnahme der Netzhaut machen lässt, bekommt womöglich nicht nur Informationen über die Sehkraft. Forscher aus London haben Hinweise gefunden, dass bestimmte Veränderungen im Auge mit Vorhofflimmern zusammenhängen können. Die häufige Herzrhythmusstörung bleibt oft lange unentdeckt, obwohl sie das Risiko für Schlaganfall und Herzschwäche erhöht.

Für ihre Untersuchung wertete das Team die Daten von insgesamt 90.190 Menschen aus. Dabei prüften die Wissenschaftler, ob sich an der Netzhaut Unterschiede zwischen Personen mit und ohne Vorhofflimmern zeigen. Besonders auffällig war eine bestimmte Schicht der Netzhaut: Bei Betroffenen war sie etwas dünner als bei Menschen ohne die Herzrhythmusstörung.

Die Netzhaut sitzt hinten im Auge und wird über viele kleine Blutgefäße versorgt. Genau dort fanden die Forschenden mehrere Unterschiede. Vor allem eine Schicht mit Nervenzellen war bei Menschen mit Vorhofflimmern dünner. Dieser Zusammenhang zeigte sich in zwei voneinander unabhängigen Datensätzen.

Besonders interessant: Die Veränderungen waren nicht nur bei bereits Erkrankten sichtbar. In einem Teil der Studie wurden 39.013 Menschen über durchschnittlich 10,3 Jahre begleitet. Von ihnen entwickelten später 838 Personen Vorhofflimmern. Es zeigte sich: Menschen mit einer messbar dünneren Netzhautschicht hatten ein um 27 Prozent höheres Risiko für eine spätere Diagnose.

Die Forschenden sehen darin eine mögliche Chance, Risikopersonen früher zu erkennen. Netzhautaufnahmen sind einfach durchzuführen und belasten die Patienten nicht. Vorhofflimmern selbst wird aber weiterhin mit Verfahren wie dem EKG festgestellt.

Warum die Veränderungen im Auge auftreten, ist noch unklar. Denkbar sind Zusammenhänge mit kleinen Blutgefäßen oder mit Veränderungen im Gehirn und der Durchblutung. Untersucht wurde das in der Studie jedoch nicht direkt.

Die Studie zeigt lediglich einen Zusammenhang. Sie beweist weder, dass die Netzhautveränderungen Vorhofflimmern verursachen, noch dass sich die Erkrankung allein über eine Augenaufnahme sicher erkennen lässt. Außerdem könnten in den ausgewerteten Daten Fälle übersehen worden sein, weil Vorhofflimmern oft zeitweise oder ohne Beschwerden auftritt. Ob Netzhautaufnahmen künftig tatsächlich helfen können, die Herzrhythmusstörung früher zu entdecken, müssen weitere Studien zeigen.

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