Es ging um zwei Bäume - Uli Hoeneß gewinnt Nachbarschaftsstreit vor Gericht
München/Bad Wiessee – Aus diesem skurrilen Nachbarschaftsstreit geht Uli Hoeneß (74) zunächst als Sieger hervor. Seine beiden geliebten Linden bleiben stehen, doch mindestens ein Nachspiel könnte es noch geben.
Der Ehrenpräsident des FC Bayern München und seine Ehefrau Susi haben den Baum-Prozess vor dem Landgericht München II gewonnen. Die Richter wiesen am Donnerstag die Anträge der Nachbarin ab. Sie wollte, dass zwei im Mai gepflanzte Linden auf dem Hoeneß-Anwesen wieder entfernt werden. Außerdem wollte sie weitere Pflanzungen untersagen lassen.
Knackpunkt des Eilverfahrens war eine sogenannte Grunddienstbarkeit aus dem Jahr 1975. Darin ist festgelegt, dass ein bestimmter Teil des Grundstücks in Bad Wiessee am Tegernsee ( Bayern ) weder bebaut noch bepflanzt werden darf. Die Nachbarin behauptete, die jungen Linden stünden genau in diesem Bereich – und würden ihre Sicht auf das Gut Kaltenbrunn und das Freihaus Brenner beeinträchtigen.
Doch sie konnte das Gericht nicht davon überzeugen, dass die Bäume tatsächlich innerhalb der verbotenen Fläche gepflanzt wurden. Auch ihre Fotos und Auszüge aus einer Online-Karte reichten den Richtern nicht.
Schon bei der Verhandlung am 27. August hatte Uli Hoeneß klargemacht, was er von der Forderung seiner Nachbarin hält. Zu der Behauptung, die Bäume würden den Blick beeinträchtigen, sagte er: „Die Familie kann Kaltenbrunn seit 50 Jahren nicht mehr sehen. Da stehen 5000 Bäume.“
Drei Spitzahorn-Bäume stehen nach Darstellung von Hoeneß bereits seit rund 20 Jahren an dieser Stelle. Die beiden Linden wurden als Ersatz gepflanzt, weil ein Ahorn durch Schneelast beschädigt worden war und gefällt werden soll. „Wir werden keinen einzigen Baum verpflanzen“, stellte der Ex-Bayern-Manager im Prozess klar.
Die Richterin hatte zunächst einen Vergleich angestrebt, die Nachbarseite lehnte ab, forderte sogar die Entfernung aller fünf Bäume . Hoeneß vermutete hinter dem Streit „reine Schikane“. Gegenüber BILD erklärte er, die Nachbarn hätten vor rund drei Jahren ein Stück Land von ihm kaufen wollen, um dort Rinder zu züchten. Nach Rücksprache mit ihren Kindern hätten die Hoeneß-Eheleute den Verkauf abgelehnt. Die Nachbarin wies den Schikane-Vorwurf zurück.
Nach der Entscheidung in dem Eilverfahren zeigte sich auch Hoeneß-Anwalt Peter Gauweiler (77) zufrieden. Das Gericht sei den Anträgen der Verteidigung vollständig gefolgt. Gegenüber der „Abendzeitung“ scherzte er: „Vielleicht machen wir ja bald ein Picknick unter den Bäumen.“ Vollständig beendet ist der Baum-Zoff aber wohl nicht. Die Nachbarin, die die Prozesskosten tragen müsste, kann Berufung einlegen – und es könnte noch zum Hauptsacheverfahren um alle fünf Bäume kommen.
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