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Deutschland

ILD in Groß Luckow - Fast alle wählen hier AfD

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ILD in Groß Luckow - Fast alle wählen hier AfD

Groß Luckow – Von Schwerin ist die Gemeinde Groß Luckow in Mecklenburg-Vorpommern rund 2 Stunden und 30 Minuten mit dem Auto entfernt. Und wenn man mit den Menschen spricht, liegen zwischen Schwerin und Groß Luckow politische Welten.

Bei der Bundestagswahl 2025 fuhr die AfD hier ihr bestes Zweitstimmenergebnis ein. In der knapp 200 Seelen zählenden Gemeinde machten 74 Prozent der Wähler ihr Kreuz bei der Partei.

Wenn man in den Ort fährt, fällt auf: Alles ist gepflegt. Am Haus der Freiwilligen Feuerwehr mit Gemeindehaus stehen überdachte Tische. Der Schaukasten der Gemeinde kündigt die Landtagswahl an. Zudem sucht der Fußballverein noch junge Kicker für seine Mannschaften.

Die Leute grüßen freundlich. In kurzen Abständen fahren große Trecker mit schweren Maschinen vorbei. Alles wirkt friedlich. Was auffällt: Einige Bewohner machen aus ihrer politischen Einstellung kein Geheimnis. In Gärten und an Zäunen haben sie großflächig AfD-Fahnen und Banner aufgehängt.

Robert Belz ist parteiloser Bürgermeister der Gemeinde. An sein Wahlergebnis kann er sich nicht genau erinnern: „Irgendwas in den 80ern oder so.“

Er leitet seinen Gemeinderat nur mit parteilosen Mitgliedern. Wir treffen ihn zwischen Terminen. Hauptberuflich betreibt er eine IT-Firma. „Ich erkläre mir dieses Wahlergebnis dadurch, dass die Leute höchstwahrscheinlich enttäuscht sind, sowohl von der Landespolitik als auch von der Bundespolitik. Das Gerede über ein 9-Euro- oder Deutschlandticket würde hier im Flächenland nicht helfen“, sagt Bürgermeister Belz zu BILD. In der Gemeinde hätten sie andere Probleme: „Was kann die Gemeinde bei der Straßenbeleuchtung tun oder wie können wir Schlaglöcher auf der Straße stopfen, damit sich keiner mehr einen Platten fährt?“

Das Feuerwehrauto ist beispielsweise aus den 70er-Jahren. Ersatzteile sind Mangelware. „Da müsste natürlich auch dringend Ersatz her. So ein neues Fahrzeug kostet bis zu 700.000 Euro. Das kann sich die Gemeinde nicht leisten.“ Angesprochen auf die Zusammenarbeit mit AfD-Wählern in seiner Gemeinde hat Belz eine klare Meinung:

„Es wählen quasi fast alle die AfD. Das heißt, natürlich ist dann normales Miteinander möglich. Natürlich aber auch mit denen, die nicht die AfD wählen. Also ich denke, die politische Ausrichtung und die Wahlen bei der Landtags- oder Bundestagswahl sind jetzt für das Zwischenmenschliche eigentlich überhaupt nicht relevant.“

„Aus meiner Sicht gehört die Brandmauer schnellstens abgeschafft. Bei den Prozentzahlen, die die AfD bei sämtlichen Wahlen einfährt, ist es immer notwendig, mit allen Seiten zu sprechen. Und es geht ja immer darum, was Positives zu erreichen.“ Der parteilose Bürgermeister versucht, für seine Gemeinde Gelder lockerzumachen, damit das Zusammenleben im Kleinen gelingen kann. Seine Wahlentscheidung hat er noch nicht getroffen. Allerdings könnte er auch mit einem AfD-Ministerpräsidenten leben.

„Er müsste zumindest mal eine Chance bekommen. Es ist aus meiner Sicht notwendig, die AfD dafür in die Regierungsverantwortung zu schicken.“ Damit verabschiedet sich Robert Belz und macht sich wieder an die Arbeit.

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