Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Das Schiff, das durch die Arktis kam
das Schiff ist unauffällig, doch seine Route sorgt für Aufsehen. Gestern Nacht sollte die Dubai Tower in Hamburg festmachen und bis zu 500 Container abladen, um dann heute Morgen nach Danzig aufzubrechen. Der 175 Meter lange Frachter gehört der chinesischen Reederei Sea Legend. Sie hat das Schiff nicht auf dem üblichen Seeweg hergeschickt. Es kam durch die Arktis. Falls Sie einen Globus dahaben: Der Frachter fuhr obenrum und nicht um die Mitte.
Gestartet war die Dubai Tower Mitte August an der chinesischen Ostküste in Ningbo. Sie fuhr an Japan und der russischen Halbinsel Kamtschatka entlang nach Norden, bevor sie an der russischen Arktisküste vorbei auf Europa zusteuerte. Gut 20 Tage hat sie gebraucht, das ist erstaunlich wenig: Frachter benötigen von Shanghai bis Hamburg durch den Suezkanal sonst bis zu 40 Tage und bis zu 50, wenn sie um das Kap der Guten Hoffnung fahren.
Billiger dürfte diese Nordostpassage für die Reederei nicht unbedingt sein. Denn sie kann nur spezielle Schiffe einsetzen und diese müssen oft von Eisbrechern begleitet werden. Zudem sind die Versicherungsprämien höher, die Route ist nicht ohne: Von Eisschollen geht Gefahr aus, das Wetter schlägt oft um. Es gibt kaum Häfen für Notfälle, nicht viele Kapitäne haben genug Erfahrung mit Eisfahrten.
Warum macht Sea Legend das? Das dürfte strategische Gründe haben. 2018 veröffentlichte die Regierung in Peking ihre Pläne für eine Polare Seidenstraße und signalisierte, sich alternative Verkehrswege nach Europa sichern zu wollen. Wie wichtig die Region in geopolitischer Hinsicht ist, zeigte das Gipfeltreffen im finnischen Rovaniemi. Dort trafen sich gerade die Spitzenpolitiker der EU , um über ihre Arktis-Strategie zu beraten (Z+) .
Die Fahrt der Dubai Tower ist laut Reederei nur der Anfang. Bis Oktober sind bis zu sieben weitere Arktisfahrten geplant. Umweltschützer sind darüber entsetzt. Denn möglich ist das vor allem, weil das Eis durch den Klimawandel in Sommer und Herbst stark zurückgeht. Sie warnen davor, dass der Schiffsverkehr die Erderwärmung verstärkt, etwa durch den Ausstoß von Rußpartikeln, die das Abschmelzen des Eises beschleunigen. Andere Reedereien nehmen das ernster. Hapag-Lloyd aus Hamburg etwa hat sich verpflichtet, die Nordostpassage nicht zu nutzen.
Hamburgs Schulen liegen im Ländervergleich des Bildungsmonitors erneut auf Platz drei. Den Ergebnissen der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zufolge punktet der Stadtstaat beim Fremdsprachenunterricht, der Ganztagsbetreuung, der Zahl der Lehrkräfte und der Effizienz der Mittelverwendung. Die ersten beiden Plätze belegen Sachsen und Bayern.
Der Umsatz der Hamburger Industrie ist im ersten Halbjahr um 8,1 Prozent auf 52,4 Milliarden Euro gestiegen – auch dank der Mineralölbranche. Wie das Statistikamt Nord mitteilte, kletterten die Umsätze in der Mineralölverarbeitung um 12,7 Prozent.
Der Hamburger Musiker Jan Delay tritt im Rahmen des Reeperbahn Festivals kostenlos auf. Am Donnerstag gegen 19.30 Uhr wird er mit einem kurzen Reggae-Set auf dem Heiligengeistfeld zu sehen sein.
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