Pflichtaufgabe gegen Havelse - Bei Preußen ist Druck auf dem Kessel!
Niederlagen gibt’s, die knapp und unverdient sind. Aber auch eben solche, die hoch und saftig ausfallen. Wie das klare 1:4 der Münsteraner zuletzt bei Viktoria Köln. Eine überraschend schwache Vorstellung, die sogar Chefcoach Thomas Wörle (44) nach dem Abpfiff in Erklärungsnot brachte. Und die Fan-Seele zum Kochen...
Weit über 2000 Anhänger hatten ihre „Adlerträger“ in den Sportpark Höhenberg begleitet. Die beste Auswärtsfahrer-Kulisse an diesem dritten Drittliga-Spieltag. Selbst nach dem fehlerhaften Mutlos-Auftritt sie zeigten vor Ort noch den Schulterschluss mit ihren Verlierern.
Fakt aber auch: Es brodelt schon gewaltig. Einen weiteren Ausrutscher dieser Art können sich die „Schwarz-Weiß-Grünen“ garantiert nicht erlauben. Sonst schlägt die Stimmung ganz schnell um....
Bedeutet: Gegen Aufsteiger TSV Havelse, der nur durch den Lizenz-Entzug der Münchner Löwen in die 3. Liga nachrückte, muss am Samstag im heimischen LVM-Stadion (14 Uhr/live bei Magenta) vor 13.000 Zuschauern unbedingt ein „Dreier“ her. Zur Erinnerung – seit dem 2:1 gegen Holstein Kiel am 31. Oktober vergangenen Jahres konnten die Preußen in ihrem „Wohnzimmer“ keinen einzigen Liga-Erfolg mehr einfahren. Also dann exakt 309 Tage.
Doch Präsident Christian Pander (43), ebenfalls Augenzeuge des Kölner Debakels, bleibt gelassen: „Druck gibt's immer, weil wir jedes Spiel gewinnen wollen. Natürlich war das eine extrem schwache Leistung unserer Mannschaft. Auch ich hatte gedacht, dass wir in unserer Entwicklung schon einen Schritt weiter wären.“
Einen Grund zur Sorge erkennt er allerdings noch nicht: „Wir hatten im Sommer einen großen Umbruch und haben gewusst, dass die Saison nicht einfach wird. Viktoria war zudem sehr spielstark. Von der Zusammensetzung und Mischung unseres Kaders bin ich nach wie vor überzeugt. Unser Ziel, sich mit ihm in dieser Spielzeit eine solide Grundlage für die Zukunft zu schaffen, sehe ich nicht gefährdet.“
Und dennoch – Havelse wird definitiv zum Kipp-Spiel. Hätten die Münsteraner in Köln gewonnen, wären sie vorübergehend auf Relegationsrang 3 geklettert. Stattdessen stürzten sie auf Platz 12 ab. Bleiben die erhofften Zähler auch gegen den Außenseiter aus Niedersachsen aus, droht sogar der Liga-Keller.
Pander wiegelt aber ab: „Ganz ehrlich, so früh in der Saison schaue ich nicht auf die Tabelle. Weil sie zu diesem Zeitpunkt noch keine verlässliche Aussagekraft hat. Leichte Gegner gibt's ohnehin nicht. Jeder kann jeden schlagen. Havelse gewinnt 3:2 gegen Mitfavorit Waldhof Mannheim oder Mitaufsteiger Meppen überzeugt beim 3:0 in Aachen. Trotzdem sehe ich unserer kommenden Aufgabe zuversichtlich entgegen.“
Unterdessen bemühen sich die sportlich Verantwortlichen weiter um eine Verstärkung – mutmaßlich fürs zentrale Mittelfeld. Nachdem das Transferfenster am Dienstagabend geschlossen wurde, kann jetzt nur noch ein vertragsloser Spieler geholt werden. Nach BILD-Info soll es sich um einen gestandenen Profi mit Erfahrung handeln. Doch die Verhandlungen ziehen sich. Ursprünglich bestand die Hoffnung, bereits zu Wochenbeginn den Deal eingetütet zu haben. Klappte nicht. Mal schau’n, ob überhaupt noch etwas geht.
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