„Red Storm Charlie“: Konflikt-Szenario in Hamburg – Bundeswehr übt den Ernstfall
Mehr als 500 Soldaten und zivile Einsatzkräfte proben in Hamburg gemeinsam die Reaktion auf einen Konflikt an der Nato-Ostgrenze.
Die wichtigsten Fragen und Antworten zu „Red Storm Charlie“.
Zum inzwischen dritten Mal proben Bundeswehr, Blaulichtorganisationen und Unternehmen gemeinsam im Hafen den Ernstfall.
Unter der Leitung des Landeskommandos Hamburg trainieren bei der Übung „Red Storm Charlie“ von Donnerstag bis Samstag rund 500 Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilisten mit Fahrzeugen, Lastwagen und Hubschraubern.
Die wichtigsten Fragen und Antworten: Warum hält die Bundeswehr die Übung für nötig? Aus Sicht der Bundeswehr macht die aktuelle sicherheitspolitische Lage in Europa eine kontinuierliche Vorbereitung auf mögliche Krisen- und Sicherheitslagen erforderlich.
Die Übung diene dazu, die Zusammenarbeit zwischen militärischen und zivilen Akteurinnen und Akteuren zu stärken, gemeinsame Abläufe zu trainieren und die Handlungsfähigkeit aller Beteiligten zu verbessern.
Was ist Basis der Übung? Der Operationsplan Deutschland .
Er beschreibt laut Bundeswehr, wie militärische Maßnahmen der Landes- und Bündnisverteidigung mit zivilen Unterstützungsleistungen koordiniert werden.
Ziel des Plans sei es, Zuständigkeiten, Abläufe und Verfahren frühzeitig festzulegen, damit staatliche und zivile Stellen im Bedarfsfall abgestimmt und handlungsfähig reagieren könnten.
Für Hamburg habe der Operationsplan Deutschland eine besondere Bedeutung, da die Stadt aufgrund ihrer Lage und Infrastruktur eine Rolle innerhalb der sogenannten Drehscheibe Deutschland einnehmen könne. „Im Bedarfsfall kann Hamburg unter anderem für den Transport von Personal und Material sowie für logistische und unterstützende Maßnahmen von Bedeutung sein“, erklärte die Bundeswehr.
Dabei spielten insbesondere Verkehrs- und Transportwege wie Autobahnen, Flughäfen, Häfen, Brücken und das Schienennetz eine wichtige Rolle.
Wie ist das erdachte Szenario? „Wie auch im vergangenen Jahr bei „Red Storm Bravo“ trainieren wir bei „Red Storm Charlie“ die Verlegung von Truppen und Material an die Ostflanke des Bündnisgebiets“, sagte der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Kurt Leonards.
Für die Übung bedeute dies, dass verbündete Nato-Streitkräfte in Hamburg ankommen, dort aufgenommen und anschließend über Straßen und Autobahnen in Richtung Osten weiterverlegt werden.
Erstmals werden dabei den Angaben zufolge auch Kolonnen aus anderen Bundesländern nach Hamburg verlegt.
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