Rechnungen nicht bezahlt - Stadtwerke stellen René Wellers Witwe Wasser ab
Pforzheim – Schock für Maria Weller (73), die Witwe von Box-Legende René Weller (†69). Die Stadtwerke Pforzheim werden ihr zum 7. September das Wasser abstellen. Schuld daran: ihr Vermieter!
Seit drei Jahren muss die Witwe einen Tiefschlag nach dem anderen einstecken. Im August 2023 starb ihr geliebter René , dann rutschte sie im Bad auf Bodylotion aus und brach sich ein Bein . Weiter ging's im Amtsgericht Pforzheim ( Baden-Württemberg ), als ein angeklagter Gewalttäter sie mit dem Tode bedrohte – sie hatte als Zeugin gegen ihn ausgesagt.
Nun verliert sie auch noch ihre Wohnung, in der sie 20 Jahre lang mit René zusammenlebte. Die Witwe ist verzweifelt, sagt zu BILD: „Furchtbar! Ich frage mich, was ich noch alles durchmachen muss.“
Der jüngste Schlamassel wurde ihr von ihrem Vermieter eingebrockt. Eser G. (44), türkischer Fußballfunktionär aus Pforzheim, sitzt seit März in U-Haft. Er ist in einen Geldwäsche-Skandal um den ehemaligen Verbandsligisten GU Türkischer SV Pforzheim verstrickt. Der Pfandhausbetreiber war zusammen mit 28 anderen Fußballern am Flughafen Stuttgart dabei erwischt worden, wie sie 215.000 Euro Bargeld in die Türkei schmuggeln wollten. Auch als Hauseigentümer soll Eser G. gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen haben.
Maria Weller zu BILD: „Herr G. hat das Haus 2020 gekauft, seither legte er keine einzige Nebenkostenabrechnung vor.“ Zudem soll er die Nebenkostenzahlungen der Mieter über einen längeren Zeitraum nicht an den Wasserversorger weitergeleitet haben. Ein Sprecher der Stadtwerke Pforzheim: „Das Vertragsverhältnis besteht grundsätzlich mit dem Vermieter. Er ist Schuldner der erbrachten Wasserlieferung.“ Wie hoch der Zahlungsrückstand ist, wollte der Sprecher nicht sagen.
Für Maria Weller bleibt nur eine Lösung: Sie muss aus der Wohnung raus. Die Witwe: „Ohne Wasser kann man nicht leben. Ich ziehe vorübergehend zu einer Freundin und hoffe, dass ich eine andere Wohnung finde.“ Ohnehin habe der Eigentümer versucht, sie hinauszuekeln. „Kaum war René tot, wollte er die Nebenkosten verdoppeln und die Miete um 100 Euro erhöhen. Um die 33 Mängel in der Wohnung kümmerte er sich aber nie.“ Folge: Marias Wohnzimmer heizte sich diesen Sommer auf bis zu 52 Grad auf, weil der Dämmschutz zum Dachboden fehlt.
Einen kleinen Lichtblick gibt es noch für die Witwe. Prof. Philipp Kauffmann, Anwalt von Vermieter Eser G.: „Wir bemühen uns, die Nebenkostenzahlungen an die Stadtwerke weiterzuleiten.“
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