Ernährung: Warum Ballaststoffe so wichtig sind
Bis vor Kurzem trendete »Proteinmaxxing« in den Social Media – eine Ernährungsweise, die darauf abzielt, die tägliche Proteinzufuhr zu maximieren.
Der Trend verlor schon bald wieder an Bedeutung, dafür aber trat ein anderer in den Vordergrund: »Fibermaxxing«, die gezielte Steigerung der Ballaststoffzufuhr.
Seit dem Sommer 2025 haben Nutzerinnen und Nutzer auf Instagram Tausende Posts mit dem Hashtag #Fibermaxxing und anderen ballaststoffbezogenen Schlagwörtern abgesetzt.
Der Trend wirft ein Schlaglicht auf die Geschichte unserer Spezies – und darauf, wie sehr sich unsere Ernährung gewandelt hat.
Mit dem Aufkommen der Landwirtschaft vor etwa 12 000 Jahren und dem Einzug der industrialisierten Lebensmittelproduktion in den zurückliegenden 200 Jahren hat sich die Alltagsdiät stark verändert – wobei der zuvor hohe Ballaststoffgehalt immer weiter sank .
Das trifft besonders auf die westlichen Industrieländer zu: Studien zeigen etwa, dass 95 Prozent der Amerikaner nicht genügend Ballaststoffe zu sich nehmen.
Doch auch weltweit ist dieser Wandel zu beobachten.
Er hat weitreichende Konsequenzen für unser Mikrobiom, jene vielfältige Gemeinschaft von Mikroorganismen in unserem Verdauungstrakt.
Unsere Gesundheit droht Schaden zu nehmen. »Wir bringen unser Mikrobiom durcheinander, und chronische Krankheiten häufen sich«, umreißt Jens Walter, Mikrobiomforscher am University College Cork in Irland, die Folgen einer ballaststoffarmen Kost.
Walter gehört einer Gemeinschaft von Mikrobiologen, Ernährungswissenschaftlern und anderen Fachleuten an, die erforschen, wie Ballaststoffe die Darmbakterien beeinflussen.
Die Forscherinnen und Forscher sehen immer mehr Belege dafür, dass diese Lebensmittelbestandteile viele Bakterienarten unseres Mikrobioms ernähren und uns dies vor Gesundheitskomplikationen wie entzündlichen Darmerkrankungen, Darmkrebs und Diabetes schützt.
Den Fachleuten geht es dabei nicht nur um die grundsätzliche Bedeutung von Ballaststoffen, sondern auch um mögliche neue Therapieansätze – und in Zukunft vielleicht sogar um personalisierte Konsumempfehlungen .
Ballaststoffe in vielen Varianten Ballaststoffe sind Kohlenhydrate aus pflanzlichen Lebensmitteln, die unser Körper nicht verdauen kann – im Gegensatz etwa zu Stärke oder Zucker.
Ihre gesundheitliche Wirkung entfalten sie daher nicht direkt über den menschlichen Stoffwechsel, sondern mittelbar über die Mikroben, die auf und in uns siedeln.
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