„Ich hatte eine schlaflose Nacht“ - Uschi Glas zu Besuch im Frauenknast
Aichach (Bayern) – Hinter diesen Mauern sitzen Frauen fast jeden Alters: Die jüngste Inhaftierte ist gerade einmal 14, die älteste knapp 80. Am Mittwochnachmittag betrat Uschi Glas (82) die JVA Aichach – lange Zeit Deutschlands größter Frauenknast. Für die TV-Ikone war der Besuch eine Herzensangelegenheit. Und ein Besuch, vor dem sie großen Respekt hatte. Rund 330 Frauen sind hier inhaftiert, von der Schwarzfahrerin bis zur Mörderin.
Glas wollte den inhaftierten Frauen nicht aus PR-Gründen oder bloßer Neugier begegnen. Sie wollte zuhören, Erfahrungen mitnehmen und den Frauen ein Stück Hoffnung geben. Hintergrund: Glas war Stargast beim 12. Filmfestival Aichach, wo ihr Streifen Krimikomödie „Wir vier und der Enkeltrick“ im Cine-Plex-Kino gezeigt wurde. Danach stand für die 82-Jährige der Besuch in Deutschlands bekanntesten Frauenknast auf dem Programm. In Aichach verbüßten schon RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt (77), Vera Brühne (†91) und die Schauspielerin Ingrid van Bergen (†94) ihre Haftstrafen.
„Ich hatte schon eine schlaflose Nacht“, sagt Uschi Glas im BILD-Gespräch. Was würde sie erwarten? Wie würden die Frauen sie empfangen? Und vor allem: Würde die Begegnung natürlich wirken oder womöglich gekünstelt? Als Uschi Glas die Gefängniskorridore betrat, wurde sie mit Applaus empfangen. Einige der Frauen formten mit ihren Händen ein Herz in Richtung der Schauspielerin – gerührt erwiderte Uschi Glas die Geste durch die Gitterstäbe. Beim anschließenden Rundgang zeigte sich schnell: Die anfängliche Skepsis war verflogen, das Eis gebrochen. Zwischen der Schauspielerin und den inhaftierten Frauen entstand eine offene, herzliche Atmosphäre.
Rund 60 Insassinnen kamen schließlich im Vorführraum der JVA zusammen, um die Krimikomödie „Wir vier gegen den Enkeltrick“ anzusehen. Doch schnell wurde klar: Der Film war an diesem Nachmittag fast Nebensache. Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit Uschi Glas. Besonders die jüngeren Frauen kannten sie bereits aus der deutschen Kinohit-Trilogie „Fack ju Göhte“ , wo Glas die strenge und unbeliebte Lehrerin Ingrid Leimbach-Knorr spielte.
Die Insassinnen hatten viele Fragen. Wie wird man Schauspielerin? Was muss man dafür mitbringen? Und da war Glas ganz strikt in ihren Aussagen: „Pünktlichkeit und Disziplin sind das A und O. Texte lernen bis man sie im Schlaf beherrscht, das beherzige ich bis heute.“ Glas antwortete ohne Berührungsängste: Einen Abschied von der Schauspielerei schloss sie aus“„Ich freue mich, dass ich noch Angebote habe. Solange es geht, mache ich weiter. Die Birne muss doch fit bleiben.“
Uschi Glas nach ihrem ersten Besuch in einem Frauengefängnis: „Ich wollte die Atmosphäre spüren und bin sehr dankbar, dass ich das erleben durfte. Ohne Vorurteile – ganz auf Augenhöhe.“ Und sie ging mit einem Versprechen. Im BILD-Interview sagt Glas: „Wenn hier nach meinem Besuch eine Theatergruppe gegründet wird, bin ich bei der Premiere sofort dabei. Das schaue ich mir an.“
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild Unterhaltung.