US-Einwanderungsbehörde: ICE vergibt Millionenauftrag für umstrittene Elektroschockhandschuhe
Trotz wachsender Kritik schreitet die US-Einwanderungsbehörde ICE mit der Beschaffung von Elektroschockhandschuhen voran. Die Behörde vergab den Auftrag im Umfang von rund 16,7 Millionen US-Dollar (14,3 Millionen Euro) an eine Firma aus dem Bundesstaat Kentucky, wie aus veröffentlichten Unterlagen hervorgeht. Insgesamt sollen 6.000 der laut Behörde »deeskalierenden Geräte« angeschafft werden.
ICE rechtfertigt die Anschaffung damit, dass dank der neuen Ausrüstung seltener als bisher stärkere oder sogar tödliche Einsatzmittel genutzt werden müssten. Richtiges Training vorausgesetzt, könnten die Handschuhe zur Sicherheit der Beamten und der Öffentlichkeit beitragen, heißt es in der Bekanntmachung.
Die Handschuhe mit dem Akronym G.L.O.V.E. (»Generated Low Output Voltage Emitter«) werden über einen Tastendruck aktiviert und können bei direktem Hautkontakt schmerzhafte Elektroschocks abgeben. Laut Hersteller können sie innerhalb weniger Sekunden dazu beitragen, »Widerstand zu brechen«. Die Handschuhe wurden in den vergangenen Jahren bereits von Gefängnissen und Polizeibehörden eingesetzt. Umstritten sind sie auch deshalb, weil sie nach Herstellerangaben Effekte verstärken könne, »die zum plötzlichen Tod führen können«.
An der geplanten Anschaffung gab es bereits vor Auftragsvergabe heftige Kritik . In einem Brief an den amtierenden ICE-Chef David Venturella warnten mehrere demokratische Politiker, die unverhältnismäßige Gewalt bei Einsätzen von ICE-Beamten in jüngster Vergangenheit nähre erhebliche Zweifel an der Fähigkeit der Behörde, verantwortungsvoll mit einem Instrument umzugehen, das Amerikanern Schaden zufügen könnte.
Die ICE-Einsätze sind Teil der strikten Abschiebepolitik von Präsident Donald Trump . Bereits Anfang des Jahres war die Behörde stark in die Kritik geraten, nachdem Bundesbeamte die US-Bürger Renée Good und Alex Pretti auf offener Straße erschossen hatten. In den vergangenen Monaten gab es etwa in Houston und im Bundesstaat Maine Fälle von tödlichen Schusswaffeneinsätzen.
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