Zum ersten Mal im Video: So (ungefähr) sah das erste Tor der Bundesliga-Geschichte aus
Als Timo Konietzka am 24. August 1963 für seinen BVB in Bremen das erste Tor in der Geschichte der frisch gegründeten Fußball-Bundesliga schoss, war der Jubel groß. Schon in der ersten Minute hatte der Dortmunder getroffen, es war ein historischer Moment.
Doch außer den 35.000 Fans, die an diesem Samstag im Bremer Weserstadion Zeugen des Tores geworden waren, bekam nie ein Mensch das Tor zu sehen. Fernsehkameras waren nicht im Stadion, auch auf Fotos wurde der Moment nicht festgehalten. Nun aber, 63 Jahre später, liegt der Treffer im Bewegtbild vor. Zumindest so, wie es vielleicht gewesen ist.
Der BVB hat zusammen mit einem Sponsor die Augenblicke rund um Konietzkas Treffer rekonstruiert und mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz in ein Video gegossen.
"Gemeinsam mit Borussia Dortmund haben wir Zeitzeugen befragt, Medienberichte von damals ausgewertet und unterschiedliche Datenpunkte erfasst. Unsere KI-Experten haben die Momente von damals mit all diesen Daten und der Hilfe von mehreren KI-Modellen realitätsgetreu rekonstruiert", erklärte so Vodafone Deutschland CEO Marcel de Groot das Verfahren. "Nach 63 Jahren macht Künstliche Intelligenz ein Stück deutsche Fußballgeschichte erlebbar. Das erste Tor der Bundesliga, das bislang nur in den Erinnerungen weniger Zeitzeugen existierte, gibt’s jetzt für alle Fußballfans in bewegten Bildern."
Konietzka selbst konnte denen, die damals nicht dabei gewesen sind, von seinem Tor nur berichten - und tat das auf eher unspektakuläre Weise: "Dann kam die erste Minute. Emma zog am linken Flügel los, flankte, ich war da. Schuss, 1:0!", erzählte er einst.
Beim BVB sind sie begeistert, dass der erste Treffer auch der eigenen Bundesliga-Geschichte nun doch noch im Bewegtbild zu sehen ist: "Dass kein einziges Fotodokument des Tores entstand, ist aus der heutigen Sicht absolut unvorstellbar. Ich freue mich unheimlich, dass es der BVB und Vodafone geschafft haben, diese Inszenierung zu realisieren", zitiert der BVB den Klub-Historiker Gerd Kolbe. "Damit schließt sich eine historische Lücke der deutschen Fußballgeschichte."
Der BVB zeigte das Video bei seinem Heimspiel gegen den HSV auf der Videowand im Stadion, ansonsten ist das historische Tor in der Dokumentation "The Unseen Goal" auf den YouTube-Kanälen vom BVB und von Vodafone zu sehen und läuft zudem exklusiv im linearen TV bei Sky Sport News.
Konietzka, der 1963 mit dem BVB deutscher Meister geworden war und das Kunststück 1966 mit 1860 München wiederholte, durfte sein unvergessenes Tor derweil nicht noch einmal nacherleben: Der als Friedhelm geborene aber von allen nur "Timo" genannte Mittelstürmer starb 2012 im Alter von 73 Jahren.
Konietzka war unheilbar krank, er nahm in der Schweiz Sterbehilfe in Anspruch, um sich "von meinen Qualen zu erlösen", wie er in seinen letzten Worten schrieb. "Macht alle das Beste aus Eurem Leben! Meines war lang und doch so kurz." Sein Treffer war indes einer für die Ewigkeit.
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