Schwarz-Rot: Der Joker
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ist Merz’ unersetzlichster Mann im Kabinett.
Trotz der Krise ist er im Volk plötzlich beliebt.
Wie kam es dazu – und was kommt als Nächstes? Als Alexander Dobrindt das Festzelt an der Elbe betritt, erheben sich selbst die mürrischsten Sachsen-Anhalter Christdemokraten von den Sitzbänken.
Die Zwei-Mann-Kapelle hat entschieden, den Bundesinnenminister zum aufgekratzten „Rock around the clock“ einlaufen zu lassen.
Zwar erschwert der holpernde Beat das rhythmische Klatschen, aber das ist dann auch das Einzige, was den Einzug des Bayern in Tangermünde stört.
Die örtliche CDU feiert an diesem lauen Augustabend ihr Sommerfest.
Zwei Wochen sind es da noch bis zur Landtagswahl.
Für die Christdemokraten geht es nur noch darum, eine absolute Mehrheit der AfD zu verhindern.
Der Bundeskanzler ist den eigenen Leuten zu diesem Zeitpunkt längst zur Belastung im Wahlkampf geworden.
Nun soll ausgerechnet Dobrindt mithelfen.
Dabei ist er nicht mal in der CDU.
In dem Elbstädtchen, heute berüchtigt als Geburtsort des AfD-Spitzenpolitikers Ulrich Siegmund, hat einst Karl IV. eine Kaiserpfalz errichten lassen. „Von unserem Burgberg aus kannst du, lieber Alexander, wie der Kaiser in Richtung Berlin schauen“, flötet der örtliche Landtagsabgeordnete, ein kerniger Polizist, zur Begrüßung.
Der Minister lächelt.
Kaiser Dobrindt.
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