Bundesliga: Eintracht schlägt neuen Kurs in der Transferpolitik ein
Das jahrelang erfolgreiche Geschäftsmodell von Eintracht Frankfurt greift nicht mehr.
Die Vereinsführung reagiert mit einem Kurswechsel.
Kaum hatte sich Markus Krösche mit einem emotionalen Auftritt als Sportvorstand von Eintracht Frankfurt verabschiedet, verkündete der alte und neue Club-Boss Matthias Beck auf der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten einen Kurswechsel in der Transferpolitik. „Wir wollen auch in Zukunft um internationale Plätze mitspielen, aber der Weg dorthin wird im Sinne der wirtschaftlichen Vernunft Anpassungen erfahren müssen.
Das werden wir dem Nachfolger von Markus mit auf den Weg geben.
Wir werden unseren Fokus künftig stärker auf den deutschen Markt und auf unser Nachwuchsleistungszentrum legen“, sagte der Präsident und Aufsichtsratschef.
Zwar wollen die Hessen auch künftig Spieler entwickeln und internationale Top-Talente nach Frankfurt holen. „Dabei müssen wir aber beobachten, ob die großen Transfers für uns noch möglich sein werden.
Zum einen, weil die Preise für junge Talente brutal gestiegen sind.
Zum anderen, weil die Abnehmer sich am Markt stark reduziert haben“, erklärte Beck.
Das alte Modell greift nicht mehr Das von Krösche erfolgreich praktizierte Transfermodell, junge ausländische Profis zu verpflichten, zu entwickeln und dann für viel Geld an internationale Top-Clubs abzugeben, bescherte der Eintracht in den vergangenen fünf Jahren Transfereinnahmen in Rekordhöhe.
Allein die Verkäufe von Hugo Ekitiké (FC Liverpool), Randal Kolo Muani (Paris Saint-Germain) und Omar Marmoush (Manchester City) spülten rund 265 Millionen Euro in die Vereinskasse.
Doch die Zeiten haben sich gewandelt und sind rauer geworden. „Das Geschäftsmodell, in dem wir uns bewegt haben, hat sich verändert.
Der Weg, ganz bewusst auf die Entwicklung von jungen Spielern zu setzen, um wirtschaftlich einen Schritt nach vorn zu machen, funktioniert nicht mehr in dem Maße wie in den Jahren zuvor“, räumte Vorstandschef Axel Hellmann ein.
Das liege vornehmlich an der englischen Premier League, „die vor dem Transfer-Sommer entschieden hat, dass sie ihre wesentlichen Transferströme in ihrem eigenen Land zirkulieren lassen will“, führte Hellmann aus.
Eintracht will mehr vor die Haustür schauen Die Konsequenz für die Eintracht: „Wir müssen unsere Abhängigkeit auf der wirtschaftlichen Seite von Transfererlösen systemisch reduzieren und uns stärker darum bemühen, unsere wirtschaftliche Stabilität auf die Erlöse zu konzentrieren, die aus dieser Region kommen“.
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